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EU-Plan für die Balkanroute: Ein Wettlauf gegen den Winter

Nach einem auf dem EU-Sondergipfel vom Sonntag gefassten Plan sollen Flüchtlinge auf der Balkanroute bald in dort noch zu errichtenden Auffanglagern

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EU-Plan für die Balkanroute: Ein Wettlauf gegen den Winter

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Nach einem auf dem EU-Sondergipfel vom Sonntag gefassten Plan sollen Flüchtlinge auf der Balkanroute bald in dort noch zu errichtenden Auffanglagern bleiben, dort ihre Asylanträge stellen und wenn erfolgreich, umsonst per Flugzeug weiterreisen.

Die Situation auf der sogenannten Balkanroute ist angespannt. Im kleinen Slowenien kamen in den vergangenen zehn Tagen rund 60.000 Flüchtlinge und Migranten an. Tausende weitere verbringen die kälter werdenden Nächte derzeit entlang der Route in Griechenland, Mazedonien und Serbien. Es droht eine humanitäre Krise.

Die Flüchtlinge sollen dazu bewegt werden, sich nun im Tausch für Sicherheit, temporäre Unterkunft und geregelte Weiterreise schon auf dem Balkan auf die Registrierung und Kooperation mit den Behörden einzulassen.

Außerdem will die EU 400 Polizisten nach Slowenien senden, um dort die Einreise zu kontrollieren und das kleine Land zu entlasten.

“Wir waren auch dafür, dass Frontex an die Grenze zwischen Kroatien und Serbien kommt, wo ja sozusagen die Außengrenze der EU ist”, sagte der kroatische Ministerpräsident Zoran Milanovic. “Theoretisch würde das den Strom verlangsamen, weil es rigorosere Einreiseprozeduren gäbe. Aber natürlich setzt das voraus, dass das System zwischen Griechenland, Mazedonien und Serbien funktioniert.”

Helfer vor Ort befürchten jedoch, dass der Druck erst noch steigen und sich die Zustände verschärfen könnten, bevor alle angekündigten Maßnahmen umgesetzt sind: “Wir unterstützen die Forderung nach einem richtigen Registrierungsverfahren. Allerdings verlangsamt das hier alles, und das ist ein Problem, wenn der Winter vor der Tür steht und es keine Unterkünfte gibt”, so eine Koordinatorin vom UN-Flüchtlingshilfswerk in Serbien.