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Wahlsieger in Polen wollen Banken für Fremdwährungskredite heranziehen

Den Großbanken in Polen drohen nach dem Wahlsieg der national-konservativen Opposition weitere finanzielle Belastungen. Die siegreiche Partei Recht

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Wahlsieger in Polen wollen Banken für Fremdwährungskredite heranziehen

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Den Großbanken in Polen drohen nach dem Wahlsieg der national-konservativen Opposition weitere finanzielle Belastungen.

Meinung

Der Bankensektor sagt, dass dann die Gewinne abschmieren

Die siegreiche Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) will ihnen eine Bankenabgabe von 0,39 Prozent der Bilanzsumme auferlegen, kündigte ihr Wirtschaftsexperte Zbigniew Kuzmiuk noch in der Wahlnacht an.

Andrzej Bobiński, Analyst bei Think Tank Polityka Insight:

“Der Bankensektor sagt, dass dann die Gewinne abschmieren,
mindestens um die Hälfte, wenn diese 0,39-Prozent-Steuer kommt. Und das wird wohl auch den Hypotheken-Sektor beschädigen, und das ganze Kreditgeschäft in Polen abbremsen.”

Bereits im Wahlkampf hatte die nationalkonservative PiS-Partei damit geworben, dass sie einen Großteil der Verluste mit Fremdwährungshypothekenkrediten auf die Banken abwälzen will.

Rund 550.000 Polen hatten – zumeist in den Jahren vor der Finanzkrise – zinsgünstige Hypothekenkredite in Schweizer Franken aufgenommen – inzwischen ein Verlustgeschäft. Denn der polnische Zloty hat zum Schweizer Franken drastisch an Wert verloren. Oft sind die Kredite höher als der Wert der erworbenen Häuser.

Bankaktien gaben bis zu fünf Prozent nach, später notierten sie meist zwei Prozent schwächer.

60 Prozent des polnischen Bankensektors sind im Besitz ausländischer Großbanken. Schon die vergangene polnische Regierung wollte die Banken zu einem Umtausch der Darlehen in Zloty verpflichten – auf Kosten der Institute. Noch vor dem Wahltag hatte die polnische Bankenaufsicht den meisten Großbanken verschärfte Kapitalvorgaben gemacht, damit sie die Belastungen aus dem Umtausch der Franken-Kredite tragen können.

su mit Reuters