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Auswirkungen der EZB-Politik

Willkommen zu Business Middle East. Diese Woche werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen des Treffens der Europäischen Zentralbank und Abu Dhabi

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Auswirkungen der EZB-Politik

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Willkommen zu Business Middle East. Diese Woche werfen wir einen Blick auf die Auswirkungen des Treffens der Europäischen Zentralbank und Abu Dhabi begibt sich in ein neues Abenteuer. Die EZB hält an ihrer Geldpolitik fest und das gibt den europäischen Aktienmärkten Vertrauen. Mario Draghi sendete zudem die Botschaft, dass die EZB eine weitere geldpolitische Lockerung im Dezember prüfen will. Der Eurokurs gab anschließend deutlich nach und fiel unter die Marke von 1,12 US-Dollar.

Wie im Vorfeld erwartet, hält die Europäische Zentralbank an ihrer derzeitigen Geldpolitik fest. Der Leizins bleibt auf einem Rekordtief. Zudem kauft die EZB weiter in großer Zahl Staatsanleihen. Das beschloss der EZB-Rat bei seiner auswärtigen Sitzung auf Malta. Die Notenbank diskutiere und bewerte derzeit viele geldpolitische Instrumente, erklärte Draghi: “Wir haben den Willen und die Fähigkeit, alle Instrumente einzusetzen, die unser Mandat erlaubt”, um Wirtschaftswachstum und Inflationsrate im Euroraum in die Höhe zu treiben.

Zur Diskussion stünden eine weitere Absenkung des Einlagesatzes und eine Ausweitung des Anleihekaufprogramms
Der Euro sackte auf den niedrigsten Stand seit Mitte August, konnte sich aber mittlerweile wieder erholen. Auch am Anleihemarkt waren die Auswirkungen von Draghis Äußerungen zu spüren.

Für eine detaillierte Einschätzung ist mir jetzt aus Abu Dhabi Nour Eldeen AL-Hammoury, Chefmarktstratege bei ADS securities zugeschaltet.

euronews: Mario Draghis jüngste Äußerungen haben einen positiven Schub an den Märkten in Europa ausgelöst. In welchem Ausmaß könnte sich dieser Erholung nun fortsetzen? Und was hatte Chinas Entscheidung, den Notenzins zu senken, für Auswirkungen?

Nour Eldeen Al Hammoury: “Wie immer haben die Märkte auf die Aussicht einer weiteren Lockerung der Geldpolitik reagiert – da ist es erstmal egal, was für Maßnahmen das genau sind. Der entscheidene Punkt ist hier, dass die Europäische Zentralbank in der vergangenen Woche keine Entscheidung getroffen hat. Das heißt, die Märkte machen Schätzungen in der Zukunft und reagieren nicht auf die Fakten. Das besorgt uns, wenn wir einen Blick auf die jüngsten Werte auf den Aktienmärkten werfen. Besonders die Gewinne im 3. Quartal sind nicht gut genug. Und die Prognosen für die Gewinne im 4. Quartal sind auch niedriger als zunächst erwartet. Was die chinesische Notenbank betrifft, hat ihr Eingreifen für eine Erholung auf den asiatischen Aktienmärkten gesorgt, besonders bei den chinesischen Papieren, die rund ein Prozent zu Beginn der Woche zulegten.

euronews: Nach dem deutlichen Verlusten des Euro, was sind nun ihre Prognosen? Wird die Entwicklung auch Auswirkungen auf die Währungen im Nahen Osten haben?

Nour Eldeen Al Hammoury: “Hier im Nahen Osten haben wir einen klaren Anstieg von Umsätzen in Euro gesehen – besonders während der Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank. Wir haben zudem viele Verkäufe festgestellt, nachdem Mario Draghi eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt hat. Wir möchten aber trotzdem unterstreichen, dass diese Entwicklung von letzter Woche die gleiche sein könnte, die es schon im September gegeben hatte.

Damals hatte die EZB ebenfalls Maßnahmen für die kommenden Treffen in Aussicht gestellt, der Euro fiel daraufhin, um sich dann wieder zu erholen. Wir warten zudem auf neue Zahlen vom US-Markt, inklusive das Treffen der Federal Reserve, dass wahrscheinlich nicht für eine Stabilisierung des Dollars sorgen wird. Der Euro könnte sich aber dagegen wieder stabilisieren.

Offiziell geöffnet – das kündigte die neue Abu Dhabi Global Market vergangenen Mittwoch an. Dabei handelt es sich um eine zollfreie Sonderwirtschaftszone. Sie befindet sich auf der 114 Hektar großen Insel Al Maryah. Diese liegt rund 130 Kilometer vom Internationalen Finanzzentrum Abu Dhabi entfernt. Hinter dem Projekt steckt die Idee, eine freie Handelszone mit einem unabhängigen Management und juristischem System zu schaffen. Es soll ein spezielles Steuersystem geben, um Banken und Firmen weltweit anzuziehen.