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BP dreht Investionen weiter zurück - "die Welt hat sich für alle Ölunternehmen geändert"

Der Ölpreis-Verfall setzt BP immer stärker zu. Zum dritten Mal kürzte der britische Konzern in diesem Jahr seine Investitionspläne für 2015. Im Jahr

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BP dreht Investionen weiter zurück - "die Welt hat sich für alle Ölunternehmen geändert"

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Der Ölpreis-Verfall setzt BP immer stärker zu. Zum dritten Mal kürzte der britische Konzern in diesem Jahr seine Investitionspläne für 2015. Im Jahr 2016 sollen weitere Geschäftsbereiche für bis zu 4,5 Milliarden Euro verkauft werden. Das Unternehmen müsse sich dem neuen Preisniveau des Rohstoffs anpassen, so BP-Chef Bob Dudley.

Meinung

Sie alle hoffen verzweifelt, dass jemand kommt, und ganz plötzlich sagt, 'ist gut jetzt, wir drehen die Preise wieder nach oben'

Vor Jahresfrist war der Ölpreis doppelt so hoch – knapp 102 Dollar je Barrel statt 50 Dollar. Der Nettogewinn brach im dritten Quartal von 2,7 auf 1,6 Milliarden Euro ein.

Justin Urquhart-Stewart, Seven Investment Management, London:

“Die Welt hat sich für alle Öl- und Energieunternehmen geändert, und das dreht so schnell nicht wieder zurück. Das trifft durch die Bank alle Ölkonzerne und dazu noch alle Dienstleistungsanbieter. Sie alle hoffen verzweifelt, dass jemand kommt, und ganz plötzlich sagt, ‘ist gut jetzt, wir drehen die Preise wieder nach oben’. So ein Mirakel ist aber kaum wahrscheinlich.”

Für dieses Jahr plant BP nun noch Investitionen für 17 Milliarden Euro. Zuletzt hatte man noch gut 18 Milliarden Euro angepeilt, ursprünglich mal bis zu 23,5 Milliarden Euro. Bis 2017 kalkuliert das Management weiter nur noch mit bis zu 17 Milliarden Euro pro Jahr. Vorrang hat für Unternehmenschef Dudley, in dem schwierigen Marktumfeld die Dividende für die Aktionäre zu sichern.

Die geplanten Umbau- und Sparmaßnahmen werden – wie in der gesamten Branche – zu hohen Sonderlasten führen. Die Restrukturierungsaufwendungen von BP werden sich den Angaben zufolge bis Ende 2016 auf 2,3 Milliarden Euro summieren. Das soll sich mittelfristig auszahlen. Die operativen Kosten sollen 2017 um 5,4 Milliarden Euro unter dem Niveau von 2014 liegen.

Nötig macht dies alles der Ölpreisverfall. Er hat auch BP-Rivalen wie Shell oder Exxon Mobil bereits zu Einsparungen gezwungen. Neue Projekte liegen in der Branche auf Eis, tausende Stellen werden gestrichen. Trotz des Preisverfalls wurde zuletzt weiter kräftig Öl gefördert – kein Umfeld für steigende Preise. Auch BP hat die Öl- und Gasproduktion im Quartal um 4,4 Prozent ausgeweitet. Und rechnet auch in den letzten drei Monaten des Jahres mit einem Zuwachs.

Weil die Quartalszahlen besser ausfielen als von Analysten erwartet und die Dividende stabil gehalten wurde, legten die BP-Aktien an der Londoner Börse knapp zwei Prozent zu.

su mit Reuters