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Deshalb ziehen Afghanen für den Iran in den Syrien-Krieg

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Deshalb ziehen Afghanen für den Iran in den Syrien-Krieg

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Seit dem Beginn des russischen Militäreinsatzes in Syrien ist die Zahl iranischer Opfer steil angestiegen.

Iranische Medien sprechen von “Verteidigern des heiligen Grabes”, wenn sie sich auf die iranischen und afghanischen paramilitärischen Einheiten beziehen, die in Syrien an der Seite der Regierungsarmee und der libanesischen Hisbollah kämpfen. Sie betonen die Bedrohung der schiitischen Heiligtümer in der Region, speziell in der Gegend um Damaskus.

Vergangene Woche wurde Abdollah Bagheri, der Sprecher der Revolutionsgarden und ein ehemaliger Leibwächter des früheren iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad, im nordsyrischen Aleppo getötet.

Ebenfalls in Aleppo kam vor zwei Wochen General Hossein Hammedani, einer der höchsten Kommandanten der Revolutionsgarden, ums Leben. Er war der höchstrangige iranische Befehlshaber, der in einem Militäreinsatz im Ausland starb.

Die USA vermuten, dass sich bis zu 2000 iranische oder vom Iran unterstützte Kämpfer an der Offensive gegen Rebellen in Syrien beteiligen, in Übereinstimmung mit Russland und Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Afghanische Kämpfer

Seit dem zweiten Jahr des Bürgerkriegs baut der Iran seine militärische Einsatzfähigkeit in Syrien aus. Angesichts der Kritik, die sowohl im Iran selbst als auch im Ausland an diesem Einsatz aufgekommen ist, setzt Teheran nun auf Afghanen, die im Iran leben. Die nach Fatima, einer Tochter des Propheten Mohammed, benannte Brigade Liwa Fatemiyoun, hat bereits Hunderte afghanischer Einwanderer im Iran rekrutiert, ausgebildet und nach Syrien geschickt. Angaben der Brigade zufolge verdienen die Kämpfer 500 Dollar im Monat und sie erhalten eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung für den Iran.

Welche Motivation hat Teheran?

Iran ist einer der treuesten Verbündeten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Entgegen iranischer Rhetorik scheint die Motivation für den Einsatz über die Religion und die Verteidigung heiliger Stätten hinauszugehen. Vielmehr stehen geostrategische Interessen in der Region auf dem Spiel. Während des achtjährigen Kriegs zwischen Iran und Irak war Syriens Machthaber Hafiz al-Assad der einzige Verbündete Teherans in der arabischen Welt.

Daneben hat Syrien im Gegensatz zu Ägypten und Jordanien keinen Friedensvertrag mit Israel unterzeichnet. Syrien zählt für Teheran damit zur sogenannten “Achse des Widerstands (gegen Israel)”, einer Allianz, zu der auch die Hisbollah und den Irak gehören.

Die iranische Führung weiß genau: Eine Niederlage in Syrien wäre ein schwerer Rückschlag für den Einfluss, den das Land gegen die arabischen Ölmonarchien und gegen Israel in der Region gewinnen will.