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Krebsrisiko Fleischwaren: Was können wir noch essen?

euronews-Reporterin Sandrine Delorme hat mit Kurt Straif von der Internationalen Agentur für Krebsforschung, einer Institution der

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Krebsrisiko Fleischwaren: Was können wir noch essen?

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euronews-Reporterin Sandrine Delorme hat mit Kurt Straif von der Internationalen Agentur für Krebsforschung, einer Institution der Weltgesundheitsorganisation, über deren jüngsten Bericht gesprochen. Demzufolge werden rotes Fleisch für den Menschen als “wahrscheinlich krebserregend” und Fleischwaren als “definitiv krebserregend” eingestuft. Dem Bericht der Internationalen Agentur für Krebsforschung liegt die Analyse von 800 Studien zugrunde.

euronews:
“Wie steigern rotes Fleisch und Fleischwaren das Krebsrisiko und um welche Krebsart geht es?”

Kurt Straif:
“Fleischwaren wurden als Gruppe-1-Karzinogen eingestuft. Das bedeutet, dass eine Verbindung zu Krebs beim Menschen, und vor allem zu Darmkrebs, besteht. Rotes Fleisch wird in die Gruppe 2A eingeordnet und damit als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen erachtet. Die Hinweise waren nicht derart deutlich, aber es gibt dennoch starke Anzeichen, dass es eine Verbindung zu Darmkrebs gibt.”

Als rotes Fleisch wird das Fleisch von Säugetieren, also unter anderem Rind, Schwein und Lamm bezeichnet. Unter dem Sammelbegriff Fleischwaren sind Produkte wie Wurst, Schinken oder Fleischkonserven zusammengefasst.

euronews:
“Ab welcher Menge Fleisch steigt das Risiko, dass sich Krebs entwickelt?”

Straif:
“Das Risiko steigt bei täglichem Verzehr von 50 Gramm Fleischwaren um rund 18 Prozent. Das Risiko ist nicht so hoch wie beim Tabakmissbrauch, der eindeutig mit rund 20 Arten von Krebs in Verbindung steht, oder anderen Risiken wie Asbest oder Luftverschmutzung.”

euronews:
“Der französische Landwirtschaftsminister Stephane Le Fol sagte, er wolle nicht, dass ein solcher Bericht bei den Menschen Panik auslöse. Spielt die IARC hier nicht den Angstmacher?”

Straif:
“Nein, ich glaube ganz bestimmt nicht, dass wir Angstmacher sind. Wir haben eindeutig angegeben, was wir untersucht haben und wir haben natürlich auch das Risiko quantifiziert. Anschließend ist es an den Regierungen und an jedem Einzelnen zu entscheiden, was man damit macht. Die Angstmacher sind eher die Anderen, aber nicht wir.”

Wie sollen sich die Verbraucher nun verhalten? Diese Französin zumindest hat keine Angst, sie hält Fleischkonsum für unbedenklich: “Der Beweis ist, dass ich immer noch lebe. Ich bin 88!”, sagt sie.

euronews:
“Was sind die Ratschläge des Fachmanns, um Krebs zu verhindern?”

Straif:
“Das hängt sehr vom Zusammenhang ab. Wenn es um Umwelteinflüsse wie Luftverschmutzung geht, müssen vor allem die Regierungen handeln. Doch wenn Sie an die Einflüsse im täglichen Leben denken, dann ist es am wichtigsten, mit dem Rauchen aufzuhören, weniger Alkohol zu trinken, aktiv zu sein, sich zu bewegen, Übergewicht zu vermeiden und vielleicht weniger Fleischwaren zu essen.”

Nach Angaben des IARC sind vor allem das Braten und Grillen von rotem Fleisch und Fleischwaren bedenklich. Worauf das Krebsrisiko im Detail zurückzuführen ist, bleibt offen.