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Das Sommermärchen wird zum Albtraum

Der ehemalige Präsident des Organisationskomitees der Fußball-WM 2006 hat erstmals zu den Vorwürfen Stellung genommen - und einen Fehler eingeräumt.

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Das Sommermärchen wird zum Albtraum

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Franz Beckenbauer hat in der Affäre um die Fußball-WM 2006 erstmals einen Fehler eingeräumt. Der Präsident des damaligen Organisationskomitees sagte, er hätte nicht auf die Bedingungen der FIFA für einen Finanzierungszuschuss eingehen sollen. Zudem übernahm er die Verantwortung für die Situation. Beckenbauer betonte aber erneut, dass für den Zuschlag für die WM 2006 keine Stimmen gekauft worden waren.

Meinung

Ich übernehme die Verantwortung für diese Situation.

Beckenbauer soll sich 2002 mit Joseph Blatter auf eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro an die FIFA geeinigt haben, um sich von dem Verband einen Zuschuss für die Organisation des Turniers in Höhe von 250 Millionen Euro zu sichern.

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger, der sich seit Beginn der Affäre einen medialen Kampf der Anschuldigungen mit seinem Nachfolger Wolfgang Niersbach leistet, veröffentlichte jetzt ein brisantes Dokument. Auf der Auflistung von Überweisungen ist bei einem Geldtransfer am 5. Juli 2000 der Name “Dempsey” vermerkt. Dies schürt den Verdacht einer möglichen Bestechung eines FIFA-Funktionärs.

Zwanzigers ominöses Dokument Handelt es sich auf Seite 4/41 beim Auftrag “E 16” um die Bestechung von Charles Dempsey? Eine Bleistiftnotiz in Zwanzigers Dokument soll dies beweisen.

Der bereits verstorbene Neuseeländer Charles Dempsey hatte einen Tag nach der vermeintlichen Zahlung vor der letzten Abstimmungsrunde über den WM-Ausrichter 2006 den Raum verlassen und sich damit enthalten. Deutschland setzte sich so mit 12:11 Stimmen gegen Südafrika durch.

Der neue DFB-Chef Wolfgang Niersbach behauptete bislang, damals von der Zahlung, die an die FIFA-Finanzkommission gegangen sein soll, nichts gewusst zu haben. Andere Funktionäre widersprechen dieser Darstellung.

Mit Ergebnissen in der Affäre ist nach Auskunft der externen Ermittler erst in einiger Zeit zu rechnen.