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Merkel nach Vorwürfen gegen Porsche und Audi: "VW-Vorfälle ändern nichts an Innovationskraft"

Sieben Zeilen Presseerklärung sollen es diesmal richten: “Es wurde keine Software in den 3-Liter-V6-Dieselmotoren installiert, um

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Merkel nach Vorwürfen gegen Porsche und Audi: "VW-Vorfälle ändern nichts an Innovationskraft"

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Sieben Zeilen Presseerklärung sollen es diesmal richten: “Es wurde keine Software in den 3-Liter-V6-Dieselmotoren installiert, um Emissionseigenschaften in einer verbotenen Art und Weise zu verändern,” schreibt Volkswagen online zu den neusten Vorwürfen der US-Umweltbehörde EPA. Sie verdächtigt Europas Branchenprimus VW, auch Drei-Liter-Motoren manipuliert zu haben.

Meinung

Wenn die EPA hier recht hat, muss man allerdings sagen, ist das Krisenmanagement sicherlich nach wie vor nicht gut

Unter anderem sollen auch der VW Touareg, der Porsche Cayenne und Luxuslimousinen der Tochter Audi wie der A8 der Modelljahre 2014 bis 2016 betroffen sein.

Juergen Pieper, Bankhaus Metzler in Frankfurt:

“Die Position von VW ist: “Wir haben alles, was bisher bekannt war, auf den Tisch gelegt und es betrifft auch keine weiteren Motoren. Wenn das stimmt, muss man sagen, ist es ok. Man berichtet aber immer wieder neue Dinge, so weit sie eben vorliegen. Wenn die EPA (Environmental Protection Agency) hier recht hat, muss man allerdings sagen, ist das Krisenmanagement sicherlich nach wie vor nicht gut. “

Zusammenhalt wird in diesen Tagen bei Volkswagen gro� geschrieben! Mehrere tausend Mitarbeiter beteiligten sich deshalb…

Posted by Volkswagen Karriere on�Donnerstag, 29. Oktober 2015

Der neue Vorwurf gegen Porsche ist pikant, da VW-Konzernchef Matthias Müller noch bis vor kurzem Chef des Sportwagenbauers war. Müller war zu Anfang des Skandals auf den zurückgetretenen Vorstandschef Martin Winterkorn gefolgt, der damit Verantwortung für die Affäre übernahm. Die VW-Tochter Porsche entwickelt nur Benzinmotoren selber und greift für Diesel auf Audi und VW zurück.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Bundesverband der Deutschen Industrie in Berlin:

“Made in Deutschland” ist, auch dank der Innovationskraft, nach wie vor ein Markenzeichen und Gütezeichen, und daran ändern auch die Vorfälle bei Volkswagen nichts. Ich will das hier gerne noch einmal betonen. Aber es zeigt auch, dass wir hier auf Transparenz, auf schneller Aufklärung bestehen müssen.”

Die US-Umweltschutzagentur hatte den Skandal um geschönte Abgas-Werte bei Volkswagen Mitte September ins Rollen gebracht. Die US-Behörde wies nach, dass Dieselwagen aus dem VW-Konzern über eine Software die Situation auf einem Prüfstand erkennen und in einen Art Abgas-Schonmodus schalten, um so strikte Emissionsvorgaben einzuhalten.

Bisher ging es dabei nur um die kleineren Vierzylindermotoren mit bis zu 2,0 Litern Hubraum. In Europa muss der VW-Konzern vom nächsten Jahr an 8,5 Millionen Dieselfahrzeuge zurückrufen.

An der Börse sackten die VW-Papiere nach der neuen EPA-Kritik ans Dax-Ende ab.

Volkswagen hat im Oktober entgegen dem Trend weniger
Autos in Deutschland verkauft. Die Neuzulassungen von VW sanken im
Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,7 Prozent, so das
Kraftfahrt-Bundesamt. Eine Folge des Skandals
um manipulierte Abgas-Werte, der Mitte September bekannt wurde, ist
das Minus aber vermutlich noch nicht: Bei privaten Käufen liegen nach
Branchenangaben rund zwei Monate zwischen Bestellung und
Auslieferung. Sollte die Dieselaffäre Auswirkungen haben, wären sie
erst im November oder Dezember sichtbar.

su mit dpa