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Ein Jahr LuxLeaks: NGOs fordern Schutz für Whistleblower

Ein Jahr nach Bekanntwerden des Skandals um die Steuervermeidung multinationaler Unternehmen haben Aktivisten in Brüssel Schutz für “Whistleblower”

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Ein Jahr LuxLeaks: NGOs fordern Schutz für Whistleblower

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Ein Jahr nach Bekanntwerden des Skandals um die Steuervermeidung multinationaler Unternehmen haben Aktivisten in Brüssel Schutz für “Whistleblower” gefordert.

Der ehemalige PWC-Mitarbeiter Antoine Deltour und der Journalist Edouard Perrin hatten die Praktiken in Luxemburg aufgedeckt.

Sie wurden von der luxemburgischen Justiz verklagt, beiden droht nun eine mehrjährige Haftstrafe.

Oxfams Aurore Chardonnet gegenüber Euronews:

“Was wir wollen, ist, dass die EU einen umfassenden Schutz für Whistleblower schafft. Derzeit sind sie schutzlos, was auch bedeutet, dass immer weniger Menschen sich trauen, über Missstände wie die durch LuxLeaks öffentlich gewordenen zu berichten. Gerade die EU-Kommission ist ja bei ihren Untersuchungen auf die Informationen von Whistleblowern angewiesen.”

Nach Bekanntwerden der in Wahrheit europaweit verbreiteten Steuervermeidungspraktiken hatte die EU-Kommission Abhilfe versprochen.

Konkrete Ergebnisse sind jedoch bisher rar.

Tove Rydling von der NGO-Dachorganisation Eurodad:

“Die EU-Institutionen haben Transparenz versprochen, aber die Bürgerinnen und Bürger dürfen immer noch nicht wissen, wieviel Steuern die Unternehmen zahlen. Und mehr Steuern zahlen sie auch noch nicht. Es gibt also noch eine Menge zu tun, bis das Problem gelöst ist.”

Vor zwei Wochen leitete die Kommission Ermittlungen wegen illegaler staatlicher Beihilfe für Fiat Finance und Starbucks ein. Wie aus gut informierten Kreisen verlautet, sind weitere Verfahren im Zusammenhang mit multinationalen Unternehmen in Vorbereitung.

Webseite der Unterstützer von Whistleblower Antoine Deltour (EN): https://support-antoine.org/en/