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Odyssee ins Wunschland Schweden: "Jetzt kann ich meine KInder endlich waschen"

Die syrische Familie Khalil hat es vorerst geschafft. Die Eltern Zaki und Nagwa Muhammad sind mit ihren vier Kindern im Alter zwischen sechs Monaten

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Odyssee ins Wunschland Schweden: "Jetzt kann ich meine KInder endlich waschen"

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Die syrische Familie Khalil hat es vorerst geschafft. Die Eltern Zaki und Nagwa Muhammad sind mit ihren vier Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und sechs Jahren nach einer Odyssee in ihrem Wunschland Schweden angekommen.

Meinung

Trotz Kälte, Hunger und Durst behielten wir unser Ziel vor Augen

Die Syrer waren zwei Wochen zuvor im griechischen Piräus aufgebrochen. Anschließend durchquerten sie sieben europäische Länder auf dem Weg Richtung Norden.

Zaki Khalil über die Strapazen:

“Es ist wahr, in Slowenien haben wir sehr gelitten. Trotz Kälte, Hunger und Durst behielten wir aber unser Ziel vor Augen. Wir wollten unbedingt ankommen.
Nach unserer Ankunft in Deutschland dachten wir, wir hätten es geschafft. Das war aber nicht so, wir mussten noch einmal fast eine Woche warten. Also fast solange, wie wir von Griechenland nach Deutschland gebraucht hatten. Jetzt aber ist für mich das Umnmögliche möglich geworden. Es ist wie ein Wunder.”

Sechs Tage hatte die Familie im norddeutschen Rostock auf die sehnlichst erwartete Fährpassage nach Trelleborg warten müssen.

Die Fähren transportierten nur maximal 450 Passagiere pro Tag. Notunterkünfte waren überfüllt, die Versorgung vor allem der Kinder schwierig.

Nagwa Muhammad Khalil sagte nach der Ankunft in Schweden:

“Jetzt kann ich meine KInder endlich waschen, vor allem meinen Jüngsten. Ich würde ihn am liebsten sofort baden.”

Die schwedische Regierung rechnet im laufenden Jahr mit der Ankunft von insgesamt 190.000 Flüchtlingen und Migranten. Stockholm will jetzt dem Beispiel Griechenlands sowie Italiens folgen und die EU-Kommission um eine Umverteilung bereits in Schweden eingetroffener Neuankömmlinge bitten.

Ferner ist eine Begrenzung des Bleiberechts auf drei Jahre geplant. Ausgenommen davon sollen nur Familien mit Kindern wie die Khalils und unbegleitete Jugendliche sein.

Bislang bekommt in Schweden fast jeder Asylbewerber eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis.

Die schwedische Migrationsbehörde hat ausgerechnet, dass sie rund acht Milliarden Euro mehr benötigt als erwartet, um ihre Aufgaben auch im kommenden Jahr stemmen zu können.

Die syrische Familie Khalil hat indes ihr neues Zuhause im mittelschwedischen Nora beziehen können.

Vielen Schicksalsgenossen droht in Schweden durch Wohnungsmangel eine Überwinterung in Zelten.