Eilmeldung

Eilmeldung

EU-Herbstprognose: "Schwache, aber positive“ Wirkung der Flüchtlingsströme

Die EU-Kommission erwartet bis 2017 die Ankunft von drei Millionen weiteren Flüchtlingen in Europa. Die EU-Kommission erwartet demnach eine Million

Sie lesen gerade:

EU-Herbstprognose: "Schwache, aber positive“ Wirkung der Flüchtlingsströme

Schriftgrösse Aa Aa

Die EU-Kommission erwartet bis 2017 die Ankunft von drei Millionen weiteren Flüchtlingen in Europa. Die EU-Kommission erwartet demnach eine Million Flüchtlinge im laufenden Jahr, 1,5 Millionen im Jahr 2016 und eine halbe Million im Jahr 2017. Zum Wirtschaftsausblick bis 2017 erklärte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici, der Flüchtlingsandrang werde eine „schwache, aber positive“ Wirkung auf das Wirtschaftswachstum in der EU haben.

Pierre Moscovici: “Die wirtschaftliche Erholung ist bei uns angekommen und geht 2016 und 2017 weiter, auch wenn sich die Motoren seit der letzten Prognose etwas geändert haben.”

Insgesamt rechnet Brüssel damit, dass das Wachstum in der Eurozone 2016 von 1,6 auf 1,8 Prozent beschleunigt, im Jahr darauf nochmal um einen Zehntelpunkt.

In Deutschland sieht die Herbstprognose die Wirtschaftsleistung 2015 um 1,7 und in den beiden Folgejahren um 1,9 Prozent anziehen – überdurchschnittlich in der Eurozone. Brüssel warnt aber vor möglichen Auswirkungen des VW-Abgasskandals auf die gesamte Volkswirtschaft. Investitionen von Unternehmen könnten beeinträchtigt werden. Berlin wird aufgefordert, Investitionen anzukurbeln, unabhängig davon. Unter anderem sind Brüssel die hohen Exportüberschüsse seit längerem ein Dorn im Auge.

Pierre Moscovici:

“Der Aufschwung wird immer noch unterstützt von den bekannten Faktoren, etwa niedrigen Ölpreisen, die 2016 wohl so bleiben. Dem Arbeitsmarkt geht es besser, die Arbeitslosigkeit geht weiter zurück, bleibt aber in vielen Ländern zu hoch.”

Die Arbeitslosigkeit in Euroland soll bis 2017 schrittchenweise von 11 auf 10,3 Prozent zurückgehen. Spitzenreiter Deutschland liegt bei etwa der Hälfte. Spanien kommt danach etwa auf die doppelte Quote, Schlusslicht Griechenland liegt noch etwas drüber.

Das Ganze bei anhaltender Nullinflation, meinen Kommission und Europäische Zentralbank (EZB).

Sphinxhaftes Fazit der Herbstprognose:
“Mögliche Abweichungen von der Prognose werden hauptsächlich auf externe Faktoren zurückzuführen sein und sich überwiegend negativ auswirken.”

su mit Reuters, dpa