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Historische Parlamentswahl in Myanmar

Fünf Jahre nach dem Ende der Militärdiktatur gibt es in Myanmar erstmals freie Parlamentswahlen. Zur echten Demokratie ist es aber noch weit. Freiheitsikone Suu Kyi sieht ihre Stunde gekommen.

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Historische Parlamentswahl in Myanmar

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Mit einer historischen Parlamentswahl will Myanmar, das ehemalige Burma, die Fesseln der einstigen Militärdiktatur endgültig abwerfen und einen Meilenstein in Richtung Demokratie gehen. Zum ersten Mal seit 25 Jahren gibt es an diesem Sonntag freie Wahlen. Internationale Beobachter sind vor Ort, um den Ablauf zu kontrollieren. Die Wahl 2010 war nach gängigen Standards weder frei noch fair gewesen. Nach der Abstimmung von 1990 ignorierte die Militärjunta das Ergebnis. Die Nationalliga für Demokratie (NDL) von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi war damals nicht angetreten.

Suu Kyi setzt diesmal auf einen Sieg ihrer lange unterdrückten Partei. Die heute 70-Jährige stand wegen ihres Widerstands gegen die Militärgewalt fast 15 Jahre lang unter Hausarrest. “Wir bringen echten Wandel!”, versprach Suu Kyi im Wahlkampf. Bis 2011 wurde Myanmar fast ein halbes Jahrhundert lang von einer Militärjunta regiert. Sie gründete die Partei USDP und organisierte 2010 Wahlen, bei denen Ex-Generäle gewannen. Suu Kyi äußerte die Sorge, dass USDP-Anhänger das Ergebnis manipulieren könnten. Es gibt Probleme mit den Wählerlisten. Amnesty International prangerte an, dass Studenten nach friedlichen Protesten festgenommen wurden. Wahlumfragen gibt es Myanmar nicht.