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Netanjahu in Washington – Messer schwingende Palästinenserin erschossen

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist zu einem Besuch in Washington eingetroffen. Im Laufe des Tages wird Netanjahu von

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Netanjahu in Washington – Messer schwingende Palästinenserin erschossen

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Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ist zu einem Besuch in Washington eingetroffen. Im Laufe des Tages wird Netanjahu von US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus empfangen. Es ist der erste Besuch von
Netanjahu in Washington seit der Unterzeichnung des von Netanjahu scharf kritisierten Atomdeals der Weltmächte mit dem Iran. Die Beziehungen zwischen Netanjahu und Obama sind schlecht. Bei seinem letzten Besuch in Washington im März hatte Netanjahu auf Einladung der Republikaner vor dem Kongress gesprochen und für eine Ablehnung des Atomdeals geworben.

Bei den Gesprächen geht es auch um US-Militärhilfe für Israel. Zur Zeit erhält Israel jährlich 3,1 Milliarde Dollar Militärhilfe. Momentan wird über ein 10-Jahrespaket für die Jahre 2017-2026 verhandelt. Israel möchte in dem 10-Jahres Zeitraum Militärhilfe im Wert von 50 Mrd. Dollar, gutinformierte Kreise gehen davon aus, dass sich beide Seiten auf einen Wert von 40 bis 50 Mrd. Dollar einigen werden. Die Steigerung ist größer als bei bisherigen Neuverhandlungen der US-Militärhilfe.

Überschattet wird der Besuch von der anhaltenden Gewaltwelle in Israel und den besetzen Palästinensergebieten. Am Morgen erschossen israelische Soldaten eine Palästinenserin, die sich mit einem Messer auf den israelischen Militär-Kontrollpunkt Eliyahu bei der Siedlung Alfei Menashe an der Schnellstraße 55 im besetzten Westjordanland zubewegte.

Nach israelischer Darstellung forderten die Soldaten die Frau mehrfach auf stehenzubleiben und feuerten Warnschüsse in die Luft. Als die Frau daraufhin ein Messer aus ihrer Tasche zog, wurde sie erschossen.

Hintergrund der Gewaltakte sind Bestrebungen radikaler Israelis, auf dem Plateau des Tempelberges zu beten. Dort befindet sich der Al-Haram-al-Scharif. Das “Erhabene Heiligtum” mit Al-Aksa-Moschee und Felsendom ist nach Mekka und Medina der drittheiligste Ort des Islam. Religiöse Handlungen auf dem Plateau des Tempelberges sind seit Jahrhunderten Muslimen vorbehalten.

Unmittelbar nach der Eroberung Ostjerusalems durch Israel im Sieben-Tage-Krieg 1967 bekräftigten die Oberrabbiner Israels das Verbot für Juden, den Tempelberg zu betreten, bevor der Tempel wiederhergestellt worden ist. Jüdischem Glauben zufolge wird der Messias bei seiner Rückkehr am Ende der Zeit den Tempel neu errichten.

Das Verbot wurde in der Zwischenzeit mehrfach bestätigt.