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UNESCO lehnt Mitgliedschaftsantrag des Kosovo ab

Serbien begrüßt die Entscheidung

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UNESCO lehnt Mitgliedschaftsantrag des Kosovo ab

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Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen, UNESCO, hat den Mitgliedschaftsantrag des Kosovo abgelehnt. 142 Mitgliedsstaaten hatten an der Abstimmung teilgenommen. Am Ende fehlten dem Kosovo nur drei Stimmen für eine Aufnahme in die UNESCO.

Meinung

Ein Schritt zur Gesundung internationaler Organisationen

“Die Ablehnung des Aufnahmeantrags ist eine verpasste Chance, die Werte und Ziele dieser Organisation voranzubringen und sie auch in den Kosovo zu tragen”, kommentierte die Präsidentin des Kosovo, Atifete Jahjaga, die Entscheidung.

Unter den 50 Staaten, die den Antrag abgelehnt hatten, ist auch Serbien. Das Land hatte im Vorfeld Stimmung gegen die Mitgliedschaft gemacht .

“Ich denke, das ist ein Triumph der Wahrheit und der Werte”, sagte der serbische Botschafter bei der UNESCO, Darko Tanaskovic. “Vielleicht ist es nur ein kleiner Schritt, aber es ist ein Schritt, der zur Gesundung internationaler Organisationen und internationaler Beziehungen beitragen könnte.”

Bei der Abstimmung ging es um mehr als nur um Kultur: Es ging um einen weiteren Schritt zur internationalen Anerkennung des Kosovo als souveräner Staat. Das Land hatte 2008 seine Unabhängigkeit von Serbien erklärt. Eine Minderheit der Staaten, darunter Serbien, Russland und China, erkennen diesen Status bisher nicht an.

Diplomatischer Sieg

Der diplomatische Sieg, den Serbien nach eigener Einschätzung bei der UNESCO errungen hat, könnte aber negativ auf das Land zurückfallen. Das Konflikt mit dem Kosovo ist ein Thema, das immer dann auf den Tisch kommt, wenn eine mögliche EU-Mitgliedschaft Serbiens verhandelt wird. Die EU möchte Stabilität in der Region erreichen, dafür bedarf es aber einer Einigung der beiden Länder.

Der Kosovo beherbergt wichtige Stätten serbisch-orthodoxer Kultur, darunter auch einige Weltkulturerbestätten. Serbien wirft dem Kosovo vor, sich nicht für die Erhaltung dieser historischen Orte einzusetzen. 260 Kirchen und Klöster seien in den vergangenen 16 Jahren zerstört worden, so der serbische Außenminister Ivica Dacic . Auch die serbisch-orthodoxe Kirche begrüßte die Entscheidung der UNESCO.

Der Kosovo will unterdessen seine Integration in internationale Organisationen weiter vorantreiben. So ist das Land bereits Mitglied der Weltbank und des Internationalen Olympischen Komitees. Die Regierung in Prishtina hat bereits angekündigt, sich erneut um eine Mitgliedschaft in der UNESCO zu bewerben.


Die vollständige Abstimmung im Video

Weitere Informationen

Weltkulturerbestätten im Kosovo