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Sie will aussagen, doch jetzt alles ist verschoben: Beate Zschäpe und der schwierige Prozess

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Sie will aussagen, doch jetzt alles ist verschoben: Beate Zschäpe und der schwierige Prozess

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Im sogenannten NSU-Prozess gegen die wegen zehnfachen Mordes angeklagte Beate Zschäpe will die Lebensgefährtin der Neonazis Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos nun doch aussagen. Doch nicht wie ursprünglich angekündigt an diesem Mittwoch. Der Prozess ist auf den 17. November verschoben worden.
Ihre Pflichtverteidiger haben zum zweiten Mal den Antrag gestellt, von ihrer Aufgabe entbunden zu werden. Wolfgang Stahl, Wolfgang Heer und Anja Sturm hatten schon vor Monaten das Oberlandesgericht München gebeten, ihr Mandat aufgeben zu dürfen. Damals wurde ihr Antrag abgelehnt.



In dieser Woche haben die Pflichtverteidiger von Beate Zschäpe erst auf Spiegel Online erfahren, dass Beate Zschäpes vierter Anwalt Mathias Grasel an diesem Mittwoch eine Erklärung seiner Mandantin verlesen wollte. Doch diese Erklärung wurde jetzt auf unbestimmte Zeit verschoben.

Was die Angeklagte, die seit zweieinahlb Jahren vor Gericht beharrlich schweigt, über ihren Anwalt mitteilen wollte, ist nicht bekannt. In einem Interview mit der taz sagte Grasel, man müsse sich gedulden.


Die Welt geht sogar davon aus, dass Zschäpe mit ihrer Aussage die Ermittler blamieren wolle. Ihren Pflichtverteidigern vertraut die Angeklagte jedenfalls schon lange nicht mehr.

Im November 2012 war Mordanklage gegen Beate Zschäpe erhoben worden. Der Prozess gegen die inzwischen 40-Jährige hatte nach Streit um die Presseplätze im Mai 2013 begonnen.
Seitdem haben für die Beteiligten und für die Beobachter viele zum Teil sehr frustrierende Prozesstage stattgefunden.
Inwieweit sie in die Morde an neun türkischen und einem griechischen Händler sowie mehreren Raubüberfällen in ganz Deutschland beteiligt war, ist bisher nicht geklärt. Zschäpes rechtsextreme Freunde Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos hatten sich das Leben genommen.