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"Man muss optimistisch sein" Kommissar Avramopoulos über den EU-Afrika Migrationsgipfel

In Valetta, der Hauptstadt Maltas, hat ein zweitägiges Gipfeltreffen zur Migration begonnen. Der erste Tag bringt Staats- und Regierungschefs

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"Man muss optimistisch sein" Kommissar Avramopoulos über den EU-Afrika Migrationsgipfel

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In Valetta, der Hauptstadt Maltas, hat ein zweitägiges Gipfeltreffen zur Migration begonnen.
Der erste Tag bringt Staats- und Regierungschefs, Minister un Diplomaten der 28 EU-Länder, sowie der Schweiz, Islands und Norwegens mit ihren Amtskollegen aus rund 30 Ländern Afrikas zusammen.
Unsere Europakorrespondentin Efi Kotsoukosta hat den EU-Kommissar für Migration und Inneres, Dimitris Avramopoulos, kurz vor Beginn des Gipfels zu einem Gespräch in unserem Brüsseler Büro begrüßen können.

Euronews:
Europa ringt noch immer um eine effektive Antwort auf die Flüchtlingskrise, die größte Herausforderung seit der Schuldenkrise.
Angesichts der zunehmenden Popularität von rechtsextremen Parteien in vielen Mitgliedsländern ist es völlig unklar, ob die EU wirklich in der Lage sein wird, eine dauerhafte und gemeinsame Reform der Asylpolitik umzusetzen.
Herr Kommissar, der zweitägige Migrationsgipfel in der maltesischen Hauptstadt Valetta hat begonnen. Was erwarten Sie sich davon?

Avramopoulos:
Zunächst einmal, dass wir ein gemeinsames Verständnis der Situation entwickeln, was Flüchtlingskrise und Migration angeht.
Die afrikanischen Länder müssen verstehen, dass, solange wir Enwticklungshilfe leisten, wir im Gegenzug ihre Unterstützung und ihre Hilfe brauchen, um die Migrationsprobleme zu lösen.
Sie müssen eine Rückführung in ihre Länder akzeptieren, und zugleich bei der Schaffung von legalen Migrationswegen mitarbeiten.
In diesem Zusammenhang möchte ich hier etwas bekannt geben:
Im Laufe der ersten beiden Monate des kommenden Jahres wird die Kommission einen umfassenden Vorschlag zur legalen Migration vorlegen. Daran arbeiten wir derzeit sehr intensiv, denn eines muss man klar sagen: Europa wird in Zukunft Migranten brauchen.

Euronews:
Knapp 150 Flüchtlinge sind bisher umverteilt worden, innerhalb der vergangenen knapp zwei Monate seit man sich auf die Umverteilung und die Quoten geeinigt hat. Ist das nicht eine winzig kleine Zahl? Sind sie sicher, dass man wie geplant über die kommenden zwei Jahre 160.000 wird umverteilen können?

Avramopoulos:
Es kann ja kein Zweifel daran bestehen, dass die bisherige Zahl serh klein ist, aber das ist ja auch erst der Anfang.
Wie Sie wissen, gab es die allererste Umverteilungs-Operation vor einem Monat von Italien aus, dann eine weitere von Athen aus vor zwei Wochen. Wir sind weit davon entfernt, damit zufrieden zu sein, aber von dem Moment an, an dem alle Mitgliedstaaten sich zum Mitmachen entscheiden, wird es besser werden.

Euronews:
Aber viele reagieren eben nicht!

Avramopoulos:
Nur zwölf Länder haben bisher einer Teilnahme zugestimmt, aber das Klima hat sich zum Besseren verändert, und ich denke, dass am Ende alle Flüchtlinge in ihren Ländern akzeptieren werden.

Euronews:
Sie halten die Zahlen – 160.000 in zwei Jahren – also für realistisch?

Avramopoulos:
Sie können realistisch werden. Wie gesagt, besonders gut hat es nicht angefangen, aber das System, das Programm muss jetzt funktionieren.

Euronews:
Lassen Sie uns auf einen anderen ambitionierten Plan der Kommission kommen, die sogenannten Hotspot-Zentren, mit denen sie diese riesigen Migrations- und Flüchtlingsströme in den Griff bekommen wollen. Vor Ort, besonders auf den griechischen Inseln, sagen viele, dass diese Hotspots nicht, oder zumindest noch nicht funktionieren. Wird Griechenland also wirklich auf die Flüchtlinge im Winter vorbereitet sein?

Avramopoulos:
Die Umverteilung kann ohne Hotspots überhaupt nicht funktionieren, daher ist es gut, dass sie auf Lesbos und an anderen Orten in Europa eingerichtet werden, um dort alle Ankommenden zu angemessen einzuschätzen, sodass sie nicht länger als 24 Stunden auf der Insel bleiben, sondern gleich weiter auf das Festland und von dort dann weiter geschickt werden können.

Euronews:
Sie meinen also, Griechenland hat bis zum Ende des Monats alles vorbereitet?

Avramopoulos:
Das ist die Zusage und, glauben Sie mir, ich kann das beurteilen, es wird jetzt schnell gehandelt in Griechenland.

Euronews:
Sie sind also zuversichtlich was das Resultat des Maltagipfels angeht?

Avramopoulos
Man muss in diesen Dingen optimistisch sein.
Das ist eine einzigartige Gelegenheit zur offenen Aussprache, wollen wir hoffen, dass es nicht noch so ein Gipfel wird, bei dem alle nur reden und auseinandergehen, ohne etwas erreicht zu haben.

Efi:
Vielen Dank.

Avramopoulos:
Es war mir ein Vergnügen.