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Flüchtlingsdebatte: Schäuble unter Beschuss für Lawinen-Vergleich

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat mit einer Warnung vor einer Flüchtlings-“Lawine” empörte Reaktionen in der Opposition und der

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Flüchtlingsdebatte: Schäuble unter Beschuss für Lawinen-Vergleich

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Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat mit einer Warnung vor einer Flüchtlings-“Lawine” empörte Reaktionen in der Opposition und der Regierungskoalition ausgelöst. Lawinen könnten durch unvorsichtige Skifahrer ausgelöst werden, sagte Schäuble bei einer Veranstaltung in Berlin am Mittwochabend. Ob die Lawine schon im Tal angekommen sei oder der heftige Teil erst noch bevorstehe, wisse er nicht.

Die Reaktionen kamen prompt und scharf, der Kommentar sei entmenschlichend, so die Kritiker. Bundesjustizminister Heiko Maas vom Koalitionspartner SPD sagte per Twitter, Menschen in Not seien keine Naturkatastrophe und forderte, nicht mit unbesonnenen Worten Öl ins Feuer zu gießen.

Der stellvertretende Vorsitzende der Partei Die Linke verband seine Schelte mit Kapitalismuskritik. Die Ankömmlinge seien keine Lawine, sondern der Bumerang-Effekt einer rücksichtslosen Politik, für die auch Schäuble stehe.

Zugleich musste des Innenministerium von Thomas de Maizière (CDU) einräumen, dass es keine Informationen darüber hat, wie viele Flüchtlinge derzeit in Erstaufnahmeeinrichtungen sind. Auch dazu, wie viele Personen auf die Kommunen verteilt wurden, gebe es kein zusammengefassten Zahlen. Die grüne Bundestagsabgeordnete Renate Künast hatte dazu eine Anfrage gestellt.