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"Sie haben einfach in die Menschenmenge gefeuert"

Augenzeugen berichten über die Stunden der Terrorattacken in Paris

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"Sie haben einfach in die Menschenmenge gefeuert"

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“Sie haben einfach in die Menschenmenge gefeuert und dabei “Allahu Akbar” gerufen (“Gott ist der Größte”), sagte ein Augenzeuge nach der Attacke im Bataclan-Theater.

Meinung

Er kam ganz nah ran. Ich dachte, dass er mich erschießen würde, immerhin hatte ich direkt gesehen.

“Da kamen ein Paar Typen und beim Eingang fingen sie an, zu schießen. […] Ich glaube, sie benutzten Schrotflinten. Ich konnte hören, wie sie nachgeladen haben. Das Konzert brach ab, alle lagen auf dem Boden. Sie haben weiter auf die Leute geschossen, es ist höllisch”, erzählte der Mann schluchzend.

“Ich hab mir meine Mutter gegriffen, wir haben uns flach auf den Boden gelegt”, so ein anderer Konzertgast. “Wir flohen durch einen Notausgang, dabei hörten wir immer noch Schüsse. Wir waren total schockiert, es ist ein Alptraum.” Die Angreifer habe er nur als Silhuetten gesehen, als sie die ersten Schüsse abgaben.

“Meine Schwester ist immer noch im Bataclan”, sagte eine 25-jährige Frau während der Geiselnahme. “Ich habe sie angerufen. Sie sagte, dass sie schießen. Dann hing sie auf.”

Eine Augenzeuge der Attacke in einem Restaurant in der Rue Bichat sagte: “Es war surreal, alle lagen auf dem Boden, niemand hat sich bewegt. Es war sehr still, niemand verstand, was vor sich geht. Ein Mann trug ein Mädchen in seinen Armen, sie sah tot aus.”

Am Tag danach kehren viele Menschen in die Rue de Charonne, wo sich das Bataclan-Theater befindet, zurück. Sie wirken wie erschlagen, von dem Blutbad, haben feuchte Augen. Niemand kann fassen, was sich hier am späten Freitagabend abgespielt hat.

“Es war schmutzig im Raum, alles voller Blut, Menschenkörper mit Einschüssen, auf die gezielt wurde, obwohl sie längst am Boden lagen”, sagt ein Polizist, der ind er Nacht beim Einsatz mit dabei war.

“Ich bin einfach nur nach Hause gegangen, habe geduscht und meine Kinder beruhigt”, erzählt ein 30-Jähriger, der das Massaker überstanden hat.

Einen Tag später steht er vor der Konzerthalle, “um zu verstehen, was geschehen ist”, wie er sagt. Das sei eine persönliche Sache.

Das Viertel war am späten Nachmittag immer noch abgeriegelt. Vor dem Bataclan blockieren Lastwagen den Hunderten von Kameras den Blick.

Transportfahrzeuge von Bestattungsinstituten holen die Leichen ab.

Ich war ganzen hinten im Raum, das hat mich gerettet”, berichtet Anthony einem AFP-Journalisten. Seinen der Angreifer, der keine Maske trug, konnte er genau erkennen, weil keine Maske trug. “Er kam ganz nah ran. Ich dachte, dass er mich erschießen würde, immerhin hatte ich direkt gesehen”, erinnert sich Anthony. Dann robbte er weiter über den blutverschmierten Boden bis zum Ausgang, unversehrt.