Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Börsen cool: "Mittlerweile sind wir leider ein bisschen gewöhnt an terroristische Anschläge"


märkte

Börsen cool: "Mittlerweile sind wir leider ein bisschen gewöhnt an terroristische Anschläge"

ALL VIEWS

Tap to find out

Die Attentate von Paris haben vor allem Luftfahrt- und Touristik-Werten schwer zugesetzt.

Aus Furcht vor einer Stornierungswelle bei Urlaubsreisen warfen Anleger diese Papiere in hohem Bogen aus ihren Depots.

Bei den Aktienwerten gehörten der französische Hotelier Accor und Air France-KLM mit Kursverlusten von bis zu 9,3 Prozent zu den größten Verlierern. Lufthansa und die British Airways-Mutter IAG büßten zeitweise jeweils etwa 4,5 Prozent ein. Die Pauschalreisen-Anbieter TUI und Thomas Cook und der Kreuzfahrt-Veranstalter Carnival notierten zwischen 2,4 und 4,4 Prozent niedriger. Zulegen konnten dagegen Sicherheitstechnik-Anbieter und Rüstungskonzerne. Die Aktien von BAE Systems, Cobham, Rheinmetall und Thales gewannen bis zu 4,4 Prozent.

Viele Aktienindizes litten aber kaum – Eurostoxx 50 minus 0,11 Prozent, Frankfurt und Paris kaum verändert – der Pariser Auswahlindex CAC40 machte seine anfänglichen Verluste fast vollständig wett. Manche arbeiteten sich bis zum frühen Nachmittag sogar ins Plus vor – London plus 0,46 Prozent.

Robert Halver, Baader Bank, Frankfurt:

“Die Börse ist relativ entspannt – mit Frankreich im Schulterschluss sagen wir: ‘Wir lassen uns nicht unterkriegen.’ Politische Börsen haben kurze Beine. Wir sehen das immer wieder, selbst nach dem 11. September. Da hat es zwar lange gedauert, aber mittlerweile sind wir leider ein bisschen gewöhnt an terroristische Anschläge. Ich bin überzeugt, das wird nur ein kurzfristiger Negativ-Effekt sein.”

“Die Erfahrung zeigt, dass solche Terrorakte die konjunkturelle Entwicklung in den westlichen Volkswirtschaften nicht aus der Spur bringen”, meint auch Holger Schmieding, Chef-Volkswirt der Berenberg Bank, London. Unmittelbar nach den Anschlägen in London 2005 sei der private Konsum genauso kräftig gestiegen wie im Schnitt der vier Vorquartale. Ähnlich sei dies auch nach dem Anschlag auf einen Bahnhof in der spanischen Hauptstadt Madrid im Jahr 2004 gewesen.

Bei Schießereien und Selbstmord-Attentaten in der Pariser Innenstadt waren am Freitag mindestens 129 Menschen ums Leben gekommen. Die Verantwortung hierfür übernahm die Terror-Miliz “Islamischer Staat” (IS). Frankreich verstärkte daraufhin seine Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien. Die Furcht der Investoren vor einem Übergreifen der dortigen Kämpfe auf Nachbarstaaten trieb den Preis für die Ölsorte Brent aus der Nordsee ein Prozent in die Höhe auf 44,93 Dollar je Barrel (159 Liter).

Die Schweizer Währung war gefragt. Dies drückte den Euro um bis zu 0,4 Prozent auf 1,0781 Franken. Zur US-Valuta büßte er rund einen halben US-Cent auf 1,07435 Dollar ein.

su mit Reuters

ALL VIEWS

Tap to find out

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

Automatische Übersetzung

Nächster Artikel

märkte

Skandal, Verluste, Umbau - Toshiba im Stress