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Erster Schultag nach den Anschlägen

Eine sonderbare Stimmung lag am Montagmorgen über den Pariser Schulen, die erstmals seit den Anschlägen wieder für den Unterricht öffneten. Das

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Erster Schultag nach den Anschlägen

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Eine sonderbare Stimmung lag am Montagmorgen über den Pariser Schulen, die erstmals seit den Anschlägen wieder für den Unterricht öffneten. Das Voltaire-Gymnasium im 11. Bezirk liegt in der Nähe der Tatorte. Besondere Sicherheitskontrollen beim Betreten und Verlassen des Schulgeländes wurden eingeführt.

Die Schulleitung darf nicht mit den Medien sprechen, ein Lehrer äußerte sich aber. “Die ganze Schulgemeinde hatte sich versammelt. Es war ein starker Moment. Ob Schüler, Lehrer, Erzieher, Rektor, alle haben sehr gut reagiert, in einer sehr solidarischen Art”, sagt Lehrer Axel Manuali.

Das Krisenzentrum, das in der Schule eingerichtet wurde und das wir nicht filmen durften, war am Montag morgen sehr gut besucht. Psychologen kümmerten sich dort um die Schüler. Die Betroffenheit der Schüler ist in der Mittagpause spürbar.

“Ich würde sagen, was geschehen ist, wird uns nicht davon abhalten zu leben. Wir werden leben wie vorher. Natürlich sind wir tief im Inneren sehr traurig. Wir sind alle geschockt. Aber es gibt keinen Grund, Angst zu haben. Wir müssen unserem Land trauen”, glaubt der 18-jährige Sacha Sztejnbock.

“Die Generation vor uns hinterlässt uns eine chaotische Welt, eine Welt voller Kriege. Selbst wenn wir wissen, dass wir eine Zukunft haben, was ist mit unseren Kindern? Wir fragen uns, ist es das alles wert? Es gibt so viele Probleme, Umweltprobleme und andere. Viele Probleme plagen unseren Planeten. Und dann gehen die Menschen auch noch aufeinander los. Wir haben keine Garantie mehr, dass die Zukunft gut wird”, meint die 18-jährige Jade Rozenkranc.

Voltaire, der Philosoph der Aufklärung, ist bekannt für seinen Kampf gegen religiösen Fanatismus und für Gedankenfreiheit. Themen, die den jungen Parisern, die heute wieder Schulunterricht erhielten, im Kopf herumgehen.

Valerie Gauriats Bericht wurde von Christoph Debets ins Deutsche übertragen