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Razzien in Frankreich und Belgien: "Zweifellos müssen wir mit neuen Anschlägen rechnen"

In einem landesweiten Anti-Terror-Einsatz haben französische Ermittler mehr als 150 Hausdurchsuchungen durchgeführt und mehrere Menschen festgenommen

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Razzien in Frankreich und Belgien: "Zweifellos müssen wir mit neuen Anschlägen rechnen"

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In einem landesweiten Anti-Terror-Einsatz haben französische Ermittler mehr als 150 Hausdurchsuchungen durchgeführt und mehrere Menschen festgenommen sowie Waffen sichergestellt.

Bei einer Razzia in Lyon fand die Polizei unter anderem einen Raketenwerfer. Dort wurden in der Nacht zum Montag fünf Personen verhaftet. In Toulouse kamen mindestens drei Menschen in Polizeigewahrsam.

Die Präventivmaßnahmen sollen laut Innenministerium nicht in direktem Zusammenhang mit den Terroranschlägen in Paris und dem Vorort Saint-Denis stehen

Premierminister Manuel Valls rief die Bevölkerung zu Wachsamkeit auf:

“Wir haben uns nicht nur dem Kampf gegen den Terrorismus verschrieben, und werden das auch in Zukunft tun, aber auch dem Kampf gegen alle damit verbundenen Kräfte, den radikalen Islam und Salafistengruppen. Also gegen dle, die den Hass gegen die Republik säen. Wir leben mit dieser Terrorgefahr und werden das auch in Zukunft tun. Zweifellos müssen wir mit neuen Anschlägen rechnen.”

Valls ergänzte, dies gelte auch für andere europäische Länder. Bei den Anschlägen am Freitag in Paris und dem Vorort Saint-Denis kamen mindestens 129 Menschen ums Leben, mehr als 350 weitere wurden zum Teil lebensgefährlich verletzt.
Valls sagte bei RTL, dass die Attentate von Syrien aus “geplant” und “organisiert” wurden. Ferner plant das Innenministerium die Schließung von Moscheen und radikalen Vereinigungen, in denen “gegen die Werte der Republik verstoßen” wird.

In Toulouse konzentrierte sich der Einsatz einer Spezialeinheit auf das Quartier, in dem der 2012 bei einem Polizeieinsatz getötete Terrorist Mohamed Merah lebte.

Dieser hatte im Großraum Toulouse insgesamt sieben Menschen erschossen, darunter an einer jüdischen Schule drei Kinder und einen Lehrer.

In dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek hat am späten Vormittag erneut ein großer Polizeieinsatz begonnen. Das meldeten der belgische Rundfunk RTBF und die belgische Nachrichtenagentur Belga übereinstimmend. Polizisten nahmen Hausdurchsuchungen vor. Demnach forderten bewaffnete Spezialkräfte in der Rue Delaunoy Bewohner per Lautsprecher auf, die Fenster zu öffnen und herauszukommen. Journalisten berichteten von Detonationen. Die Straße wurde für den Verkehr gesperrt.