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Wie der Klimawandel dem Champagner zu Kopf steigt

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Wie der Klimawandel dem Champagner zu Kopf steigt

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Einen Grund, den Korken Knallen zu lassen, gibt es nicht. Der globale Klimawandel macht sich auch in den Weinbergen der Champagne bemerkbar, dort wo

Einen Grund, den Korken Knallen zu lassen, gibt es nicht. Der globale Klimawandel macht sich auch in den Weinbergen der Champagne bemerkbar, dort wo der weltberühmte Schaumwein herkommt. Messungen der vergangenen zwei Jahrzehnte zeigen: Hohe Temperaturen im Sommer schrauben den Zuckergehalt der Reben immer mehr in die Höhe. Weil es im Winter nicht mehr richtig friert, drohen Schädlingsinvasionen.

Auf das Wetter sei einfach kein Verlass mehr, wie Winzer Jean-Pierre Vazart erklärt. “Sicher ist nur, dass die Weinernte nie zum selben Zeitpunkt stattfindet und dass es innerhalb kürzester Zeit dramatische Veränderungen gibt. 2003 ist ein Beispiel für eine extrem frühe Weinernte, zum ersten Mal im August. Und 10 Jahre später, also 2013, haben wir die Trauben im Oktober geerntet. Der Klimawandel existiert, man kann ihn man feststellen, und es kommt zu starken Schwankungen.”

Im Kampf gegen die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit, müssen die französischen Weinbauern neue Techniken entwickeln, um ihre Reben zu schonen. Auf Testfeldern werden neue Sorten angebaut, organische Dünge- sowie biologische Schädlingsbekämpfungsmittel getestet.

Vincent Perrin, Vereinigung der Champagnehäuser und Champagnewinzer (CIVC): “Wir haben in der Champagne den Eingriff in die Weinberge um über 50 Prozent verringert. Wir haben es Schritt für Schritt geschafft, von chemischen auf natürliche Düngemittel umzusteigen. Die chemischen Düngemittel hatten einen starken Einfluss auf den Treibhauseffekt, weil sie Stickstoff enthielten. Heute ist man auf organische Düngemittel umgestiegen.”

Sollte sich der bevorstehende Weltklimagipfel Ende des Monats in Paris nicht auf das viel beschworene 2-Grad Limit der Erderwärmung einigen, müssen die französischen Winzer sogar ans Umziehen denken. Experten sagen dann nämlich eine Verschiebung der Anbaugebiete nach Norden voraus.