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Deutschland: Verhaftete Terrorverdächtige wieder auf freiem Fuß

Die Spur der Terroranschläge von Paris führt auch nach Deutschland. Im nordrhein-westfälischen Alsdorf nahm die Polizei sieben Verdächtige fest

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Deutschland: Verhaftete Terrorverdächtige wieder auf freiem Fuß

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Die Spur der Terroranschläge von Paris führt auch nach Deutschland. Im nordrhein-westfälischen Alsdorf nahm die Polizei sieben Verdächtige fest. Zunächst waren am Vormittag zwei Frauen und ein Mann verhaftet worden, als sie das Jobcenter in Alsdorf verließen. Am Nachmittag schnappte die Polizei dann vier weitere Männer. Mindestens fünf der Verhafteten haben ausländische Pässe. Am Abend wurden alle wieder freigelassen.

Eine Augenzeugin berichtete, dass Spezialkräfte der Polizei mit Sturmmasken und Maschinenpistolen eine Straße im Alsdorfer Stadtteil Schaufenberg vorübergehend abgesperrt hätten. Angeblich befindet sich dort die Wohnung der drei zuerst aufgegriffenen Personen. Alle fünf Verdächtigen würden verhört, sagte ein Polizeisprecher.

Die 50.000-Einwohner-Stadt Alsdorf liegt in der Nähe von Aachen an den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden. Die Polizei sucht derzeit mit Haftbefehl nach dem belgischen Staatsbürger Salah Abdeslam. Er ist ein Bruder eines der Pariser Selbstmordattentäter. Abdeslam war vor rund zwei Monaten in Deutschland und Österreich. Er könnte den VW Polo angemietet haben, mit dem die Attentäter vor das Bataclan gefahren sind. Allein dort töteten sie fast 90 Menschen. Sein Bruder Brahim Abdeslam sprengte sich in einem Pariser Café in die Luft. Salah Abdeslam hat seinen Wohnsitz in Brüssel.

Die Festnahmen von sieben Verdächtigen bei Aachen haben nach Angaben von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) vorerst keinen “engsten Zusammenhang” mit den Anschlägen in Paris. “Nach dem bisherigen Stand der Dinge scheint es nicht so zu sein, dass es einen engsten Zusammenhang mit den Taten in Paris gibt”, sagte der Minister am Dienstag in Berlin. Er betonte, es bestehe weiter die Sorge, dass einer der Täter in Nachbarländer Frankreichs fliehe. Daher sei richtig, verstärkte Grenzkontrollen weiter aufrechtzuerhalten.

Bei den Terroranschlägen kamen mindestens 129 Menschen ums Leben. Die Terror-Organisation Islamischer Staat bekannte sich zu den Angriffen.