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Anti-Terror-Einsatz: Bewohner von Saint-Denis berichten von kriegsähnlichen Szenen

Kein Einwohner von St. Denis war an diesem Morgen auf den Straßen des Pariser Vororts zu sehen. Die rund 15.000 Anwohner durften ihre Wohnungen nicht

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Anti-Terror-Einsatz: Bewohner von Saint-Denis berichten von kriegsähnlichen Szenen

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Kein Einwohner von St. Denis war an diesem Morgen auf den Straßen des Pariser Vororts zu sehen. Die rund 15.000 Anwohner durften ihre Wohnungen nicht verlassen.

Unmittelbare Nachbarn, die in der Nähe des mutmaßlichen Terroristenverstecks wohnten, wurden in Sicherheit gebracht. Am frühen Nachmittag kehrte dann langsam wieder Normalität ein. Einige Bewohner hatten den Einsatz unmittelbar miterlebt.

“Ich hörte Gewehrsalven, also ging ich runter auf die Straße, da ich bereits angezogen war”, so ein Bewohner des Viertels. “Ich weiß nicht, warum ich mich angezogen schlafen gelegt habe. Also ging ich raus und da waren sehr viele Leute auf dem Platz. Ich hab mich irgendwo hingestellt, wo ich dachte, dass ich sicher bin. Dann kam die Polizei und sagte uns, dass wir gehen sollten und, sofort war der Platz leer.”

Ein Nachbar berichtet: “Ich wohne in dem Gebäude nebenan. Um zwei Uhr hörte ich eine laute Explosion und zwei Minuten später Gewehrsalven. Ein Schusswechsel zwischen der Polizei und den IS-Mitgliedern. Der war so intensiv, dass wir uns in unserem Bad verbarrikadierten. Das ging so von 2 Uhr bis 3.30 Uhr, non-stop. Ich wohne mit meiner Freundin zusammen und, sie hatte so viel Angst, dass sie im Bad blieb. Ich ging so nah ans Fenster, dass ich sehen konnte, was da vor sich ging, und dann hörte ich sieben Granaten explodieren. Danach wurde aus Maschinengewehren und Kalaschnikows das Feuer eröffnet.

Der Zeuge ist ein Kurde, der aus Kobane flüchtete – wohl hoffend, solchen Szenen für immer entkommen zu sein. Er filmte die Ereignisse mit seinem Handy.

Er berichtete weiter: “Die französischen Spezialkräfte forderten mich auf, mit erhobenen Händen herauszukommen. Sie machten mir klar, wenn ich diese runter nähme, würden sie schießen. Als sie anfingen, uns in Sicherheit zu bringen, von dort drüben, hinter diesen Gebäuden, da ist ein Shopping-Center, sah ich einen Mann mit einer Kalaschnikow. Und die Polizei war genau hier. Es war wie in einer Szene eines Kriegsfilms.”