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Brüderpaar Abdeslam: "Brahim fragte, ob jemand Kalaschnikows verstecken könnte"

Spurensuche im Brüsseler Stadtteil Molenbeek: Nach wie vor fahndet die belgische Polizei hier und anderenorts nach dem terrorverdächtigen Salah

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Brüderpaar Abdeslam: "Brahim fragte, ob jemand Kalaschnikows verstecken könnte"

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Spurensuche im Brüsseler Stadtteil Molenbeek: Nach wie vor fahndet die belgische Polizei hier und anderenorts nach dem terrorverdächtigen Salah Abdeslam. Der 26-Jährige ist der Bruder des Pariser Selbstmordattentäters Brahim Abdeslam, der hier ein Lokal betrieben hatte. Es wurde Anfang November unter anderem wegen Drogenhandel geschlossen.

Meinung

Die Brüder Abdeslam waren keine Außenseiter oder Ausgestoßenen

Ein anonymer Bekannter sagte in Molenbeek über Brahim Abdeslam::

“Er war jemand, der sich viele Videos der Miliz Islamischer Staat angesehen hat. Wenn er wütend war, sagte er manchmal: “Ich sprenge alles in die Luft!”

Er hat Marihuana geraucht, vielleicht hat der Konsum von viel Marihuana sein Gehirn beeinflusst. Das würde seine Eigenartigkeit und den Wahnsinn erklären.
Brahim fragte vor mehr als einer Woche in der Nachbarschaft herum, ob jemand Kalaschnikows verstecken könnte. Wir guckten uns an und fragten ihn: “Aber Brahim, das meinst Du doch nicht ernst?” Er antwortete: “Doch, doch, das ist ernst. Ich habe genug Sprengstoff, um ganz Belgien in die Luft zu jagen.”“

Beide Brüder sollen im Vorfeld der Pariser Anschläge von der belgischen Polizei verhört, aber nicht festgenommen worden sein.

Sie wurden als nicht bedrohlich eingestuft. Die Informationen wurden offenbar nicht an Frankreich übermittelt.

Die Bezirksbürgermeisterin Françoise Schepmans erklärte:

“Die Brüder Abdeslam waren keine Außenseiter oder Ausgestoßenen. Sie waren keine Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, die auf der Straße herumlungerten. Es waren Jungs, die zur Schule gegangen sind, denen man Arbeit gegeben hatte. Der Familie stand eine Wohnung zur Verfügung und trotzdem sind sie radikalisiert und in den Terrorismus gerutscht.”

Auch der mögliche Drahtzieher der Anschläge von Paris und St. Denis, Abdelhamid Abaaoud, lebte früher im als Islamistenhochburg bekannten Molenbeek.

Medienberichten zufolge stand der meistgesuchte Terrorist Belgiens auch in engem Kontakt mit Brahim Abdeslam, der sich am Freitagabend in Paris auf dem Boulevard Voltaire in die Luft gesprengt hat.