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Sieben Stunden in Saint-Denis: Zwei Tote, sieben Festgenommene

Auf der Jagd nach mutmaßlichen Terroristen haben französische Sicherheitskräfte eine konspirative Wohnung im Norden von Paris gestürmt. Eine Frau sprengte sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft.

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Sieben Stunden in Saint-Denis: Zwei Tote, sieben Festgenommene

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Der Anti-Terror-Einsatz der französischen Sicherheitskräfte begann am Mittwochmorgen um ca. 4.30 Uhr : Ein Großaufgebot rückte in der Vorstadt Saint-Denis nördlich von Paris ein – dort wo das Fußballstadion Stade de France steht, dass ein Ziel der Anschläge am vergangenen Freitag war.

Auswertungen überwachter Telefongespräche hatten die französischen Ermittler auf die Spur von Terrorverdächtigen gebracht. Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, wurde in einer konspirativen Wohnung in Saint-Denis vermutet.

Die Polizeiaktion dauerte sieben Stunden. Die ersten eineinhalb Stunden, noch vor dem Morgengrauen, waren Augenzeugen zufolge fast durchgehend Schüsse und auch Explosionen zu hören.

Bei dem Zugriff kamen zwei mutmaßliche Terroristen ums Leben. Eine Frau sprengte sich selbst in die Luft, als Spezialkräfte die Wohnung stürmten. Ein weiterer Mann soll von Schüssen und Granaten tödlich verletzt worden sein. Verletzt wurden auch fünf Polizisten.

Sieben Personen wurden im Lauf der Operation festgenommen, darunter ein Mann, der die Wohnung zur Verfügung gestellt hatte, sowie eine Bekannte von ihm. Der Mann gab Medien gegenüber an, nicht gewusst zu haben, dass es sich bei den Gästen vielleicht um Terroristen handelte. Er sei um einen Gefallen gebeten worden.

Die Identität der sieben Festgenommenen war zunächst noch nicht bekannt. Frankreichs Präsident Francois Hollande zufolge gehen die Ermittler davon aus, dass zumindest einige von ihnen mit den Anschläge vom 13. November in Verbindung stehen.

Zahlreiche Anwohner werden derzeit psychologisch betreut.