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Frankreich: Mutmaßlicher Terrordrahtzieher Abaaoud bei Razzia getötet

Forensiker identifizierten die von Kugeln durchsiebte Leiche anhand von Fingerabdrücken.

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Frankreich: Mutmaßlicher Terrordrahtzieher Abaaoud bei Razzia getötet

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Der mutmaßliche Drahzieher der Terroranschläge von Paris, Abdelhamid Abaaoud, ist bei der Razzia in Saint-Denis am Mittwoch getötet worden. Das gab die französische Staatsanwaltschaft bekannt.

Forensiker identifizierten eine von Kugeln durchsiebte Leiche nun anhand von Fingerabdrücken als die von Abaaoud. Bei der Frau, die sich während des siebenstündigen Polizeieinsatzes am Mittwoch in die Luft sprengte, soll es sich inoffiziellen Polizeiangaben zufolge um die Cousine Abaaouds handelt.

Bei der Explosion war der Boden des dritten Stocks eingebrochen. Die Polizei fand im Schutt und auf der Straße später mehrere Körperteile, die nicht sofort zugeordnet werden konnten.

Der 28-jährige Belgier mit marokkanischen Wurzeln soll der Hintermann der Anschläge von Paris gewesen sein, bei denen 129 Menschen ums Leben kamen und mindestens 352 verletzt wurden.

Abaaoud war als einer der berüchtigsten belgischen IS-Kämpfer bekannt und soll laut der französischen Regierung als Planer für insgesamt vier weiteren vereitelte Terroranschlägen seit dem Frühjahr verantwortlich sein. Im vergangenen Jahr machte er in Belgien Schlagzeilen, weil er seinen 13-jährigen Bruder mit in den Kampf nach Syrien nahm.

Laut französischen Behörden habe es keinerlei Hinweise ausländischer Sicherheitsbehörden gegeben, dass Abaaoud in Frankreich sein könnte. Er wurde zunächst in Syrien vermutet.

Auf das Versteck nördlich von Paris kamen die Ermittler offenbar aufgrund abgehörter Telefongespräche. Die Terroristen sollen sich dort erst in der vergangenen Woche einquartiert haben.