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Geiselnahme von Bamako: Augenzeugen erinnern sich

Nach dem Ende der Geiselnahme in Mali werden die Überlebenden identifiziert und medizinisch versorgt. In einer Sporthalle finden einige der

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Geiselnahme von Bamako: Augenzeugen erinnern sich

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Nach dem Ende der Geiselnahme in Mali werden die Überlebenden identifiziert und medizinisch versorgt. In einer Sporthalle finden einige der Augenzeugen einen ersten Moment zum Durchatmen, um das Erlebte zu verarbeiten.

Einer der Augenzeugen in der Halle war nicht im Hotel, die Geiselnahme erlebte er dennoch hautnah mit: “Heute Morgen um 6.50 Uhr kamen sie an die Absperrung und begannen, auf die Wachleute zu schießen. Sie haben sie alle erschossen, sie schossen in ein Gebäude. Dann schossen sie auf ein paar Menschen hier. Danach gingen sie in die Lobby und begannen, um sich zu schießen. Sie haben einem weißen Mann die Kehle aufgeschlitzt und ‘Allahu Akbar’ gerufen.”

“Früh am Morgen hörte ich Gewehrschüsse”, erzählt ein junger Mann. “Ich dachte, es seien Feuerwerkskörper und verstand nicht, dass es eine Geiselnahme war. Aber es hörte nicht auf und ich hörte den Alarm des Hotels. Ich ging aus dem Zimmer, weil ich wirklich nicht an eine Geiselnahme dachte. Ich ging Richtung Hotelrestaurant. Auf dem Flur sah ich starken Rauch, also ging ich zurück in mein Zimmer. Irgendwann haben die Malischen Sicherheitskräfte uns rausgeholt.”

“Die Soldaten verhielten sich sehr professionell, sie kümmerten sich gut um uns”, erzählt ein weiterer befreiter Mann. “Ich wollte etwas unternehmen, aber die Soldaten sagten: ‘Bleib im Zimmer’. Also blieb ich im Zimmer. Als sie zu uns kamen, klopften sie und sagten: ‘Wir sind die Sicherheitskräfte’. Ich schaute, und sie waren es tatsächlich.”

Nach und nach wurden die rund 170 Geiseln befreit. Für einige, unter ihnen ein Belgier und ein US-Amerikaner, kam die Hilfe zu spät: Sie starben in den Händen der Geiselnehmer.