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Hasna Aitboulahcen offenbar doch keine Selbstmordattentäterin

Französische Forensiker gehen nun davon aus, dass die starke Explosion von einer dritten, noch nicht identifizierten Person ausging. Das Gebäude in Saint-Denis wurde der Anti-Terror-Razzia am Mittwo

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Hasna Aitboulahcen offenbar doch keine Selbstmordattentäterin

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Hasna Aitboulahcen, die bei der Anti-Terror-Razzia im Norden von Paris am Mittwoch starb, sprengte sich wahrscheinlich doch nicht selbst in die Luft. Das gab nun die Staatsanwaltschaft von Paris bekannt. Demnach deute vieles darauf hin, dass es eine dritte Person war, deren Sprengstoffweste explodierte und Aitboulahcen mit in den Tod riss.

Aitbooulahcen gilt nach wie vor als Terrorverdächtige. Sie war in der Vergangenheit wegen Drogendelikten aufgefallen und hatte sich in zuletzt radikalisiert. Ihre sterblichen Überreste sind identifiziert, ebenso wie die des mutmaßlichen Terror-Hintermanns, ihres Cousins Abdelhamid Abaaoud.

Die verbleibenden Leichenteile ordnen die Forensiker einer dritten Person zu, deren Identität noch nicht geklärt ist. Aus Polizeikreisen heißt es inzwischen, es handle sich dabei um einen Mann.

Nach wie vor gesucht wird Salah Abdeslam, ein Bruder eines der Attentäter vom vergangenen Freitag. Er war nicht unter den Verhafteten von Saint-Denis. Zeugen wollen ihn nach den Anschlägen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gesehen haben, offenbar passierte Abdeslam auf dem Rückweg von Paris mehrere Polizeikontrollen ohne aufzufallen. Abdeslam hatte eines der Autos der Terrroristen gemietet, seine weitere Rolle ist jedoch unklar. Als denkbar gilt, dass er vor den Anschlägen einen Rückzieher machte.

Unterdessen gaben die französischen Behörden bekannt, dass wohl mindestens zwei der drei Selbstmordattentäter am Pariser Fußballstadion Stade de France als syrische Flüchtlinge getarnt über Griechenland einreisten. Ihre Fingerabdrücke waren bei der Einreise registriert worden.