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Hollande auf diplomatischer Mission für eine Anti-IS-Koalition

Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle hat mit seinen Kampfjets inzwischen die Gewässer vor Syrien erreicht, doch Frankreichs Präsident

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Hollande auf diplomatischer Mission für eine Anti-IS-Koalition

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Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle hat mit seinen Kampfjets inzwischen die Gewässer vor Syrien erreicht, doch Frankreichs Präsident Francois Hollande will noch mehr internationale militärische Kräfte auf die IS-Miliz konzentrieren – und das am besten koordiniert.

Diese Woche wird Hollande deshalb bei zwei Empfängen in Paris und zwei Besuchen im Ausland weiter für eine breite internationale Koalition gegen die IS-Miliz werben.

Zuhause ist Hollandes Rückhalt mit dem Versprechen, nach den Terroranschlägen von Paris hart zurückzuschlagen, gewachsen. Seine Umfragewerte stiegen seit um sieben Prozentpunkte auf 27 Prozent.

Auf einem Kongress der Bürgermeistern des Landes sagte Hollande: “Ich verstehe sehr gut, dass nicht alle Länder die selben Interessen, Visionen oder Verbündeten haben. Aber hier geht es darum, eine Armee zu zerstören, die die gesamte Welt bedroht. Es geht nicht um einen Konflikt zwischen einzelnen Ländern.”

Schon am am Montag traf der britische Premier David Cameron in Paris ein, er forderte eine Beteiligung der britischen Streitkräfte auch in Syrien. Großbritannien fliegt derzeit nur im Irak und dort mit Einverständnis von Bagdad Luftangriffe.

Für Bomben in Syrien bekam Cameron vor zwei Jahren kein Mandat seines Parlaments. Mit der einstimmigen Resolution des UN-Sicherheitsrats gegen die IS-Terrormiliz vom vergangenen Freitag könnten sich die Vorzeichen auf der Insel aber geändert haben.

Hollande will im Laufe der Woche nach Washington und Moskau fliegen, dort geht es um die Koordinierung der Angriffe der beiden Länder in Syrien. Eine Kooperation mit Frankreich hatte Russlands Präsident Wladimir Putin letzte Woche bereits angeordnet, zwischen Washington und Moskau gibt es aber praktische keine Zusammenarbeit.

Am Mittwoch wird außerdem die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel in Paris erwartet. Eine deutsche Beteiligung am Kampfeinsatz in Syrien wird es wohl nicht geben, Berlin will Frankreich statt dessen an anderer Stelle entlasten. Vizekanzler Sigmar Gabriel hatte Hollande im Élysée-Palast deshalb schon am Samstag Unterstützung im nordafrikanischen Mali zugesagt. Diese Woche dürfte es für Merkel und Hollande nun um konkrete Details eines deutschen Einsatzes in Mali gehen.