Eilmeldung

Eilmeldung

Schildkröten, Delfine und Lagunen: Omans atemberaubende Küste

Sie lesen gerade:

Schildkröten, Delfine und Lagunen: Omans atemberaubende Küste

Schriftgrösse Aa Aa

Wunderschöne Buchten, sandige Strände und die Kunst des traditionellen Schiffsbaus. Reporterin Katharina Kaun hat sich auf eine Entdeckungsreise

Wunderschöne Buchten, sandige Strände und die Kunst des traditionellen Schiffsbaus. Reporterin Katharina Kaun hat sich auf eine Entdeckungsreise gemacht: In dieser Ausgabe von “Oman Life” erkunden wir die atemberaubende Küste und die spannende Meereswelt, darunter auch die gefährdete Grüne Schildkröte.”

Unsere Reise beginnt in der Nähe der Hauptstadt Muscat auf einer Dhau, einem traditionellen Holzschiff. Es bringt uns in das Naturschutzgebiet Bandar Khayran. Diese große von Mangroven gesäumte Lagune ist mit ihren kleinen Inseln und geschützten Buchten ein Paradies für zahlreiche Tiere – ein einzigartiges Ökosystem.

Die Meeresbiologin Lubna Hamoud Al Kharusi erklärt: “Bandar Khayran hat eine große Artenvielfalt, sowohl auf dem Land als auch unter Wasser. Hier gibt es zahlreiche Vögel, Korallenriffe, Fische und viele verschiedene Mangroven. Das gibt es in den anderen Naturschutzgebieten nicht.“

Die wahren Schätze verstecken sich unter der Oberfläche. Das warme Wasser und die Korallenriffe ziehen unzählige Fischschwärme an. Fast 200 Fischarten und 45 verschiedene Arten von Korallenriffen tummeln sich hier.

Zurück an der Oberfläche reisen wir in die östlichste Region auf der Arabischen Halbinsel in die Küstenstadt Sur. In der Vergangenheit spielte Sur eine bedeutende Rolle im Handel mit Indien, Afrika und Südostasien.

Die Hafenstadt ist auch für seine Werften berühmt. Jahrhundertelang fuhren diese haushohen Schiffe mit wertvollen Gütern beladen auf dem Indischen Ozean. Ihre Erbauer brauchen keine Skizzen, sie bauen alles aus dem Gedächtnis.

Khalid Al-Araimi kommt aus einer Familie von Schiffsbauern, die sich die traditionellen Fertigkeiten bewahrt haben. “Zuerst legen wir den Kiel aus, der dann das Rückgrat des Bootes wird, es folgen dann die Seiten plus das Dach. Sobald alles fertig ist, schicken wir das Boot aufs Meer raus.“

Es braucht bis zu acht Monate, bis solch eine Dhau, die aus Teakholz gefertigt ist, in See stechen kann. Auch heute noch werden sie von Hand gebaut.

Nicht weit entfernt von Sur liegt ein ganz besonderer Strand: Ras al Jinz. Dieser Küstenabschnitt ist einer der wichtigsten Nistplätze weltweit für die Meeresschildkröte. Nachdem sie Tausende Kilometer durch den Ozean zurückgelegt hat, kehrt sie an diesen Strand zurück, um ihre Eier abzulegen.

Nasser Al Zadjali beobachtet seit sieben Jahren das Verhalten der sanften Riesen.
Er erklärt: “Die Grüne Meeresschildkröte kommt meistens während der Flut, denn sie ist sehr schwer, sie wiegt zwischen etwa 80 und über 150 Kilogramm. Wenn sie also aus dem Wasser kommt, dann nutzt sie eine dieser leeren Gruben. Sie beginnt tiefer zu graben, legt ihre Eier ab und mit ihren vorderen Flossen schaufelt sie dann den Sand auf die Grube und bewegt sich dabei langsam vorwärts.“

Nach einer Inkubationszeit von 50 Tagen schlüpfen die Grünen Meeresschildkröten und machen sich auf die gefährlichste Reise ihres Lebens. Hungrige Füchse, Möwen und Krabben warten bereits auf ihre Beute. Nur rund eine von 1.000 geschlüpften Meeresschildkröten wird überleben.

Erreicht sie das Erwachsenalter, kehrt sie zur Eiablage dann an exakt denselben Strand zurück, an dem sie selbst das Licht der Welt erblickt hat.

Reporterin Katharina Kaun: “Wir lassen nun das Meer zurück und erkunden das kulturelle Erbe des Landes. In der letzten Ausgabe von „Oman Life“ besuchen wir eine berühmte Festung und anschließend die Hauptstadt Maskat, wo wir die architektonischen Wunderwerke entdecken.”