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Abschuss eines russischen Bombers: Moskau erhöht Druck auf Ankara

Moskau erhöht nach dem Abschuss eines russischen Bombers durch die Türkei den Druck auf Ankara. Der russische Außenminister Sergei Lawrow spricht nun

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Moskau erhöht nach dem Abschuss eines russischen Bombers durch die Türkei den Druck auf Ankara. Der russische Außenminister Sergei Lawrow spricht nun von einer gezielten Provokation seitens der Türkei, als Antwort auf die russischen Luftangriffe auf Öltanker der IS-Miliz.

Präsident Wladimir Putin sagte: “Das Problem ist nicht die Tragödie, die wir gestern erlebten. Das Problem geht tiefer. Wir, und nicht nur wir, beobachten, dass die türkischen Behörden schon seit Jahren eine Politik der Islamisierung in ihrem Land verfolgen.”

Es ist der schwerwiegendste Zwischenfall dieser Art zwischen einem Nato-Mitglied und Russland seit einem halben Jahrhundert. Die Türkei spricht von einer klaren Luftraumverletzung, Russland verneint dies, die Nato ist um Deeskalierung bemüht.

Der russischen Su-24-Bomber ging nach dem Abschuss durch das türkische Militär auf syrischem Boden nieder, in unmittelbarer Nähe der syrisch-türkischen Grenze. In dem Gebiet leben Turkmenen, eine Präsenz der IS-Miliz gibt es Beobachtern zufolge nicht. Regierungstruppen bekämpfen dort andere Rebellengruppen und es gab Luftangriffe.

Die Türkei sagt, sie verteidige lediglich ihr Territorium und die Rechte ihrer Brüder in Syrien. Laut Präsident Erdogan sei russische Bomber aber in türkischem Luftraum beschossen worden, Teile des Flugzeugs hätten dort auch zwei türkische Bürger verletzt.

“Die Türkei will keine Spannungen, Krisen oder Feindseligkeiten. Die Türkei war immer für Frieden, Diplomatie und Dialog. Das wird auch unsere Einstellung bleiben”, so Erdogan.

Russland gab inzwischen eine Reisewarnung für die bei russischen Touristen beliebte Türkei heraus und kündigte noch etwas diffus weitere Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen an.

Militärisch will Russland konkreter reagieren. Dem russischen Stützpunkt bei Latakia sollen Luftabwehrraketen beigestellt werden, vom Typ S-300, oder noch moderner, S-400. Damit werde man die Sicherheit der eigenen Flugzeuge sicherstellen, hieß es. Außerdem sollen Bomber zukünftig Geleitschutz von Jagdflugzeugen bekommen.