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Barclays muss Gewinn aus zu riskantem Geschäft mit Superreichen herausrücken

Weil sie nach Auffassung der britischen Finanzaufsicht FCA zu wenig gegen Finanzkriminalität getan hat, muss die Großbank Barclays nun die höchste

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Barclays muss Gewinn aus zu riskantem Geschäft mit Superreichen herausrücken

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Weil sie nach Auffassung der britischen Finanzaufsicht FCA zu wenig gegen Finanzkriminalität getan hat, muss die Großbank Barclays nun die höchste Summe zahlen, die jemals von der FCA für ein derartiges Vergehen verhängt wurde: Rund 102 Millionen Euro.

Meinung

Das ist völlig inakzeptabel

Bei einer von Barclays arrangierten und ausgeführten 2,67Milliarden Euro schweren Transaktion für einige sehr vermögende Personen in den Jahren 2011 und 2012 habe die Bank keine erhöhte Vorsicht walten lassen, obwohl es sich bei den sogenannten Ultra-High-Net-Worth Individuals (HNWI) um politisch exponierte Personen gehandelt habe, so die FCA. Gut zwei Drittel der verhängten Summe ist der Gewinn aus der Transaktion, der Rest Bußgeld. Da Barclays sich zu einer raschen Begleichung der Strafe bereiterklärte, erhielt die Bank einen Nachlass von 30 Prozent.

Die fragliche Transaktion, bei der laut FCA aber kein Finanzverbrechen vorliegt, tauchte laut Medienberichten (“Risiko Manager”) nie in den Computern von Barclays auf. Laut FCA-Mitteilung gehörten zu der Transaktion Investitionen in Schuldscheine, die mit zugrundeliegenden Optionsscheinen und Anleihen Dritter besichert waren. Es war der größte Deal dieser Art, den Barclays für vermögende Kunden je ausgeführt hatte.

Der Deal enthielt nach den Medienberichten eine Klausel, wonach den Kunden eine Zahlung von bis zu 53,5 Millionen Euro versprochen wurde, sollten ihre Namen jemals öffentlich gemacht werden. Dokumente über das Geschäft wurden in einem eigens dafür angeschafften Tresor aufbewahrt, über dessen Existenz nur wenige Mitarbeiter Bescheid wussten.

Die Bank habe ihr eigens zur Absicherung gegen Finanzkriminalität entworfenes Verfahren ignoriert und offensichtliche Warnsignale übersehen, um ein lukratives Geschäft zu machen. “Das ist völlig inakzeptabel”, so die FCA. Firmen würden zur Rechenschaft gezogen, wenn sie die Risiken in solchen Fällen nicht angemessen minimierten, “und aus diesem Grund hat die FCA Barclays aufgefordert, die illegal erwirtschafteten Gewinne aus dieser Transaktion herauszugeben”.

Unter Vorstandschef Bob Diamond (1996-2012 in der Firma) hatte sich das für strukturierte Kapitalmarktprodukte zuständige Barclays-Team den Ruf erworben, hoch rentable und komplexe Finanzprodukte aufzulegen. Die Bank unterhielt seinerzeit auch Beziehungen mit einer Reihe prominenter Investoren aus dem Nahen Osten.

su mit Reuters