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Pariser Philharmonie: Freunde und Wegbegleiter würdigen Claudio Abbado

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Pariser Philharmonie: Freunde und Wegbegleiter würdigen Claudio Abbado

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Die Leidenschaft von Martha Argerich, die Energie des Dirigenten Andris Nelson und das Lucerne Festival Orchestra: "Eine Hommage an Claudio Abbado" in der spektakulären Pariser Philharmonie.

Mahlers 5. Sinfonie, die ihm am Herzen lag, und ein Konzerthaus wie geschaffen für den talentierten Maestro. Die Hommage an Claudio Abbado in der Pariser Philharmonie war ein festliches und heiteres Musizieren. Ein großartiger Moment der Musik, der dem italienischen Orchestergründer und großen Dirigenten, der vergangenes Jahr starb, würdig war. Die virtuose Martha Argerich spielte schwerelos und souverän Sergei Prokofjews 3. Klavierkonzert.

Meinung

Wenn er dirigierte, war er wie ein Prinz, sehr aristokratisch.

Die Pianistin erinnert sich noch gut an Abbado: “Er nahm auch Unterricht bei Friedrich Gulda, so haben wir uns kennengelernt. Damals spielte er ganz wunderbar Klavier. Bei Gulda in Salzburg wurde er oft gebeten, am Ende des Unterrichts zu spielen, denn er war einer der Besten. Ich glaube ich habe ihn auf einem zweiten Klavier begleitet. Ich habe nicht wirklich gespielt, ich habe ihn nur begleitet. Meine erste Aufnahme habe ich mit ihm gemacht. Er war meine erste Wahl. Er war so ein außergewöhnlicher Mensch. Und ich war so ruhig, wenn ich mit ihm spielte, sogar bei schwierigen Sachen wie Mozart – Mozart ist für mich ganz schrecklich. Aber er hatte eine Gabe, er konnte mich beruhigen. Und durch die Musik standen wir uns sehr nahe! Wir verstanden uns ohne Worte. Das ging bei uns einfach so. Er redete selten. Auch mit seinem Orchester wechselte er meist nur wenige Worte. Wer bei seinen Proben war, merkte schnell, dass er nicht redete. Er war präsent, aber er sagte nicht viel. Das war so seine Art.”

Claudio Abbado liebte es, mit jungen Musikern zusammenzuarbeiten. Oft konnte man ihn am Pult des jungen und engagierten Lucerne Festival Orchestras erleben. Der Oboist Lucas Macías Navarro hat viel von ihm gelernt: “Liebe, Leidenschaft, harte Arbeit, Aufopferung und die Freude Musik zu machen und sich zuzuhören. An all das erinnere ich mich, insbesondere wenn wir Mahler spielen: Es ist wie eine Reise durch die Erinnerungen an verschiedene Musikstücke, an gemeinsame Momente, an Essen in Restaurants, an Reisen mit ihm. Es überwältigen mich dabei so viele Erinnerungen und Gefühle.” Auch Martha Argerich vermisst ihn sehr: “Wenn er dirigierte, war er wie ein Prinz, sehr aristokratisch. Gleichzeitig hatte er einen sehr feurigen Charakter, er hatte etwas besonderes an sich. Er war einfach einzigartig!”