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Shrimps-Sklaven: Nestlé-Aktionsplan soll Arbeitsbedingungen in Thailand verbessern

“==“Nestlé” == hat sich dazu verpflichtet, Zwangsarbeit in der Meeresfrüchte-Lieferkette in Thailand zu beseitigen,” so Madgi Batato, Executive Vice

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Shrimps-Sklaven: Nestlé-Aktionsplan soll Arbeitsbedingungen in Thailand verbessern

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“==“Nestlé” == hat sich dazu verpflichtet, Zwangsarbeit in der Meeresfrüchte-Lieferkette in Thailand zu beseitigen,” so Madgi Batato, Executive Vice President of Operations beim weltgrößten Nahrungsmittelkonzern mit Sitz in der Schweiz. Der Auslöser: Zulieferer von globalen Nahrungsmittelkonzernen aus der Fischereibranche beuten in Thailand Gastarbeiter aus – und setzen sie gefährlichen und erniedrigenden Arbeitsbedingungen aus. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht im Auftrag von Nestlé, der Anfang der Woche veröffentlicht worden war.

Meinung

"Manchmal ist das Netz zu schwer und Arbeiter werden ins Wasser gezogen und verschwinden einfach"

Vor zwei Jahren hatte die Internationale Arbeitsorganisation ILO Alarm geschlagen: In Thailand schufteten tausende Menschen wie Sklaven auf den Garnelenfängern, meldete sie. Nach Recherchen über Verbindungen zu Konzernen wie Nestlé beauftragte das Unternehmen die Menschenrechtsorganisation Verité, den Vorwürfen nachzugehen. Sie wurden offenbar bestätigt.

Nach Medienberichten (“Handelsblatt”) gibt es seit Jahren in der EU und den USA Klagen über Menschenhandel und Sklavenarbeit in der Branche. Im vergangenen August wurde von der Anwaltskanzlei Hagens Berman eine Sammelklage bei einem Bundesgericht in Kalifornien eingereicht.

Der Kampf gegen «nicht zu akzeptierenden Arbeitsbedingungen» (Nestlé) werde “allerdings kein schnelles und einfaches Unterfangen”, so Nestlé-Manager Batato.

Einige Beispiele aus dem Verité-Bericht:

Geld für die harte Arbeit an Bord gebe es erst ab einem Jahr – erzählten die Manager eines Fangschiffs den von Nestlé geschickten Kontrolleuren. Die Arbeiter des Boots: Früher dürfe ohnehin niemand das Boot verlassen. Denn das Management behalte einfach die wichtigen Ausweispapiere. Die Arbeiter sind meist aus dem Ausland (Burma, Kambodscha) und darauf angewiesen.

Innerhalb eines Monats legten die Schiffe meistens nur zwei oder drei Mal am Festland an. Die ganz großen Kutter kreuzten manchmal sogar ein ganzes Jahr durch die See.

Die Arbeit auf den Kuttern sei hart – und gefährlich. Auch im Golf von Thailand könne die See meterhohe Wellen schlagen. Die Männer rutschten oft barfuß über das Deck, das übersäht sei zermatschten Fischen und Innereien. Die Schiffe hätten oft nur eine niedrige Rehling. Und dabei müssten die Männer oft auch in der Nacht auf den Schiffen hantieren. Ein Arbeiter laut Verité: «Manchmal ist das Netz zu schwer und Arbeiter werden ins Wasser gezogen und verschwinden einfach.» Wenn jemand sonst sterbe, werde er ins Wasser geworfen.

Sigrid Ulrich mit Reuters