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Ungarn: Anti-Terror-Einheit sieht nicht gut aus

Zunächst sah es ganz so aus, als hätte Ungarns Anti-Terror-Einheit TEK einen großen Wurf gelandet. Am Wochenende nahmen die Polizisten vier Männer

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Ungarn: Anti-Terror-Einheit sieht nicht gut aus

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Zunächst sah es ganz so aus, als hätte Ungarns Anti-Terror-Einheit TEK einen großen Wurf gelandet. Am Wochenende nahmen die Polizisten vier Männer fest, die zahlreiche Waffen dabei hatten und scheinbar ein Bombenlabor betrieben. TEK-Leiter János Hajdu sagte, die jungen Männer hätten internationale Verbindungen zu extremistischen Kreisen.

Tatsächlich scheinen die Dinge anders zu liegen. Laut dem zuständigen Gericht sind die vier keine Terroristen, sie sollen sich nur für Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg interessieren. Tatsächlich waren sie geschnappt worden, als sie von einem alten Kriegsschauplatz kamen, wo sie mit Hilfe von Metalldetektoren nach Waffen gesucht hatten. Gegen die Verhafteten wird allerdings dennoch ermittelt, wegen des illegalen Besitzes der Waffen und von Ausrüstung zur Herstellung von Sprengstoff.

Die Opposition hält das Vorgehen von TEK für übertrieben und verlangt Aufklärung über den Fall. Der sozialistische Abgeordnete Zsolt Molnár meint: “Nach den Anschlägen von Paris darf man die Öffentlichkeit nicht im Unklaren lassen. Dass man die Menschen mit vermeintlichem Terrorismus und Terroristen verängstigt, ist nicht akzeptabel.”

euronews-Reporterin Andrea Hajagos: “In den sozialen Medien machen sich viele Menschen über TEK lustig. Andere sagen, die Wahrheit werde irgendwo in der Mitte liegen, dass sich die vier also womöglich strafbar gemacht haben, aber keine Terroristen.”