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Auch Mazedonien baut Grenzzaun

Mazedonien hat am Samstag mit dem Bau eines Grenzzauns zu Griechenland begonnen. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik will so die

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Auch Mazedonien baut Grenzzaun

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Mazedonien hat am Samstag mit dem Bau eines Grenzzauns zu Griechenland begonnen. Die ehemalige jugoslawische Teilrepublik will so die Flüchtlingsströme aus dem Nachbarland besser steuern.

Regierungssprecher Aleksandar Gjorgijew betonte, dass die Grenze nicht geschlossen werde. Menschen aus Krisenregionen dürften “wie bisher passieren”.

Etwa drei Meter hohe Stahlpfosten wurden von Soldaten in den schlammigen Boden gerammt. Zwei Tage zuvor hatten mehrere hundert Migranten an der Grenze versucht, einen Stacheldrahtzaun einzureißen. Einige warfen Steine auf die Grenzpolizisten.

Schon seit etwa 14 Tagen lassen die Länder auf der Balkanroute nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak durch. Migranten, die nicht aus Staaten mit Konflikten kommen, wurden zurückgewiesen. Nach Ungarn und der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik Slowenien ist Mazedonien das dritte Land auf der Balkanroute, das einen Zaun errichtet hat.

Am Sonntag treffen sich die Staats- und Regierungschefs der EU mit ihren türkischen Gegenüber über die Migrationskrise zu beraten. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch im Deutschen Bundestag die Bedeutung der Türkei für eine Problemlösung betont.

“Aber ich glaube gerade am Beispiel der Türkei wird klar, dass es in unserem ureigenen Interesse liegt, dass die Türkei die Bewältigung der Aufgabe – nämlich die Flüchtlinge zu beherbergen auch meistern kann. Und wenn wir wieder zu geordneten Verhältnissen, zu rechtlichen Verhältnissen an der Außengrenze der Europäischen Union kommen wollen, dann bedarf es einer Kooperation mit der Türkei”, erklärte Merkel.

Während CSU-Politiker vor zu großen Zugeständnissen an die Türkei warnten, mahnte EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU) eine ehrliche Beitrittsperspektive für die Türkei an.

Die türkische Regierung hat bereits einen Aktionsplan für die rund 2,3 Millionen Flüchtlinge, die sich in der Türkei aufhalten, akzeptiert. Er sieht 3 Milliarden Euro Hilfsgelder für die Türkei vor.

Wegen der Absperrmaßnahmen und des einbrechenden Winters auf der Balkanroute kommen immer weniger Migranten in Österreich und Deutschland an. Erstmals seit Monatsbeginn treffen nun weniger als 3.000 Menschen am Tag in Österreich ein. In Deutschland waren es am Donnerstag 6.561 Menschen, ebenfalls die niedrigste Zahl für einen Novembertag.