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Türkei: Ausschreitungen nach tödlichen Schüssen auf pro-kurdischen Menschenrechtsanwalt

Nach dem gewaltsamen Tod des prominenten pro-kurdischen Menschenrechtsanwalts Tahir Elçi ist es in der Türkei zu Ausschreitungen gekommen. Die

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Türkei: Ausschreitungen nach tödlichen Schüssen auf pro-kurdischen Menschenrechtsanwalt

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Nach dem gewaltsamen Tod des prominenten pro-kurdischen Menschenrechtsanwalts Tahir Elçi ist es in der Türkei zu Ausschreitungen gekommen. Die prokurdische Oppositionspartei HDP hatte von einem geplanten Mord gesprochen und zu Protesten aufgerufen. In der Kurdenmetropole Diyarbakir, wo Elçi erschossen wurde, setzte die Polizei Wasserwerfer und Tränengas gegen Demonstranten ein. Auch in Istanbul und Izmir gingen Menschen auf die Straße. In Ankara versammelten sich hunderte Anwälte zu einer friedlichen Kundgebung. “Es ist klar, dass die jetzige Zeit schlimmer ist, als es in den 1990ern war, besonders wenn man bedenkt, was Tahir Elçi durchgemacht hat. Wie er behandelt wurde nachdem er öffentlich seine Meinung gesagt hat zeigt, wer die wirklichen Mörder sind”, so die Anwältin Pinar Akdemir.

Elçi war im Oktober vorübergehend unter dem Vorwurf der Propaganda für die PKK festgenommen worden. Grund war ein Fernsehauftritt bei dem er sagte, die PKK sei keine Terrororganisation. Der Anwalt war von einer Kugel in den Kopf getroffen worden, als er in Diyarbakir einen Aufruf zur Gewaltfreiheit verlas. Der tödliche Schuss fiel im Laufe einer Schießerei. Dabei wurden auch zwei Polizisten getötet.

Von welcher Seite der tödliche Schuss abgefeuert wurden, ist noch unklar. Auch der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu schloss ein Attentat nicht aus. Er versprach eine Aufklärung des Vorfalls. Elçi könnte ihm zufolge zwischen Gefechte von Terroristen und Polizisten geraten oder Opfer eines Attentats geworden sein.