Eilmeldung

Eilmeldung

Klimagipfel in Paris beginnt mit mahnenden Worten

In Paris hat der COP-21-Klimagipfel (“21st Conference of the Parties”) begonnen. Rund 150 Staats- und Regierungschefs sind anwesend. Bis zum 11

Sie lesen gerade:

Klimagipfel in Paris beginnt mit mahnenden Worten

Schriftgrösse Aa Aa

In Paris hat der COP-21-Klimagipfel (“21st Conference of the Parties”) begonnen. Rund 150 Staats- und Regierungschefs sind anwesend. Bis zum 11. Dezember sollen die Vertreter aus insgesamt 195 Staaten in dem Pariser Vorort Le Bourget einen neuen Weltklimavertrag aushandeln. Der Auftakt des Gipfels stand unter dem Eindruck der islamistischen Terroranschläge in Paris und anderen Städten. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon rief die Anwesenden zu einer Schweigeminute auf.

Meinung

"Die Hoffnung der gesamten Menscheheit ruht auf Ihren Schultern."

Im Anschluss sagte Frankreichs Präsident François Hollande, dass reine Absichtserklärungen jetzt nicht mehr ausreichten. Der Klimawandel beeiträchtige nicht nur das Leben auf der Erde, er befeuere auch Konflikte. Daher gehe es auch um den Frieden. An die Adresse der anwesenden Gipfelteilnehmer sagte er: Die Hoffnung der gesamten Menscheheit ruht auf Ihren Schultern. Und weiter: “Wir erleben hier einen historischen Tag. Nie zuvor hat eine Konferenz su viele hochrangige Personen aus so vielen Ländern versammelt. Gleichzeitig waren aber auch die Herausforderungen für eine internationale Versammlung noch nie, ich wiederhole: noch nie so hoch. Ihre Anwesenheit weckt eine enorme Hoffnung, die wir nicht enttäuschen dürfen. Die Völker und Millionen von Menschen schauen auf uns.”

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Teilnehmer des UN-Klimagipfels auch angesichts des Terrors von Paris aufgefordert, ein starkes gemeinsames Signal für Klimaschutz zu setzen. “Wir wissen, wir müssen heute handeln, das muss der Anspruch dieser Konferenz sein”, sagte Merkel am Montag in Le Bourget bei Paris. Sie betonte, die islamistische Terrorserie vom 13. November habe sich nicht gegen Frankreich alleine gerichtet. Merkel sagte: “Wir zeigen durch unsere Anwesenheit, wir sind stärker als die Terroristen.” Merkel ging in ihrer Rede auch auf das Thema Klimafinanzierung ein. Sie sagte, auch die ärmsten Länder müsten die Möglichkeit für eine nachhaltige Entwicklung erhalten.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte eine klare Botschaft als Ergebnis der Konferenz. Das Ziel müsse es sein, die Erderwärmung langfristig auf höchstens zwei Grad zu begrenzen.

“Sie haben die Macht, das Wohlergehen dieser und künftiger Generationen zu sichern. Ich dränge alle Anwesenden, den Weg des Kompormisses, des Konsenses und, wenn nötig, der Flexibilität zu wählen. Die Zeit waghalsiger politischer Manöver ist vorbei.”

Im Weltklimavertrag soll festgeschrieben werden, den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu verringern. Außerdem soll sich das Erdklima bis 2100 um maximal 2 Grad erhöhen, verglichen mit dem vorindustriellen Zeitalter. Unklar ist, wie verbindlich und ehrgeizig der Vertrag ausfallen wird.

US-Präsident Barack Obama hat vor nationalem Egoismus und kurzfristigem Denken beim Klimaschutz gewarnt. Er rief die versammelten Staats- und Regierungschefs auf, der nächsten Generation eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Er bekannte sich zur Verantwortung seines Landes im Kampf gegen den Klimawandel: Die USA erkenne nicht nur ihre Rolle bei der Schaffung des Problems an, sagte Obama. “Wir nehmen auch die Verantwortung an, etwas dagegen zu tun.” Er warb für eine Vereinbarung, die regelmäßige Anpassungen der Klimaschutzziele vorsieht. Allerdings betonte Obama, dass jedes Land seine Ziele selbst festlege. Der Kampf gegen den Klimawandel sei noch möglich, betonte der US-Präsident.

Der chinesische Staatschef Xi Jinping hat im weltweiten Kampf gegen den Klimawechsel die Solidarität von Industriestaaten mit Entwicklungsländern eingefordert. Bei den Klimazielen sollten die nationalen Bedingungen der einzelnen Länder berücksichtigt werden, sagte Xi Jinping am Montag zum Auftakt der Pariser UN-Klimakonferenz im Vorort Le Bourget. Klimafreundliche Techniken sollten in Entwicklungsländer transferiert werden. Die Bedürfnisse dieser Staaten, Armut zu reduzieren und den Lebensstandard ihrer Bevölkerung zu steigern, müssten berücksichtigt werden. Ziel müsse eine Kooperation mit beiderseitigem Gewinn sein, bei der jedes Land das Mögliche beitrage.