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Türkisch-russische Beziehungen noch frostiger: Putin erneuert Vorwürfe

Im Zusammenhang mit dem Abschuss eines Kampfjets hat der russische Präsident Wladimir Putin der Türkei erneut bewusste Schützenhilfe für die Miliz

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Türkisch-russische Beziehungen noch frostiger: Putin erneuert Vorwürfe

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Im Zusammenhang mit dem Abschuss eines Kampfjets hat der russische Präsident Wladimir Putin der Türkei erneut bewusste Schützenhilfe für die Miliz “Islamischer Staat” vorgeworfen.

Meinung

"Mit Verleumdungen lässt sich nichts erreichen"

Putin sagte, durch den Abschuss der russischen Suchoi-Maschine habe Ankara den Ölhandel der IS-Miliz sichern wollen.

In Syrien stationierte Suchoi 34-Jets wurden inzwischen mit Luft-Luft-Raketen ausgestattet, die eine Reichweite von bis zu 60 Kilometern haben sollen. Zuvor hatte Russland umfassende Wirtschaftssanktionen gegen die Türkei verhängt und die Krise der einstigen Partner damit weiter verschärft.

Putin erklärte beim Pariser Klimagipfel:

“Wir haben jeden erdenklichen Grund zu der Annahme, dass die Entscheidung zum Abschuss unseres Flugzeuges getroffen wurde, um die Sicherheit der Ölversorgungslinien zum türkischen Territorium zu gewährleisten.”

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan reagierte nach einer Unterredung mit seinem französischen Amtskollegen Francois Hollande am Rande des Klimagipfels auf die Vorwürfe Putins. Eine von Russland geforderte Entschuldigung blieb aus:

“Mit Verleumdungen lässt sich nichts erreichen. Ich sage deutlich: Wenn die Vorwürfe hinsichtlich der Öllieferungen bewiesen werden, trete ich zurück. Andersherum frage ich: Herr Putin, würden Sie in so einem Fall auch zurücktreten?”

Unterdessen ist die Leiche des getöteten Piloten Oleg Peschkow in die Nähe der russischen Hauptstadt Moskau überführt worden. Schon nach dem Abschuss seines Kampfjets hatte Putin die Türkei als “Helfershelfer von Terroristen” bezeichnet. Der Pilot war am 24. November beim Abschuss der Su-24 im türkisch-syrischen Grenzgebiet ums Leben gekommen.