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ATTO: Die Vermessung des Klimawandels

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ATTO: Die Vermessung des Klimawandels

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Mitten im brasilianischen Regenwald steht der mit 325 Metern weltweit höchste Klimamessturm, ein deutsch-brasilianisches Gemeinschaftsprojekt

Mitten im brasilianischen Regenwald steht der mit 325 Metern weltweit höchste Klimamessturm, ein deutsch-brasilianisches Gemeinschaftsprojekt. Betreiber sind das Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie und das Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia in Manaus.

Mit dem sogenannten Amazonian Tall Tower Observatory, kurz: ATTO wollen Forscher die Biosphäre Regenwald untersuchen und herausfinden, wie diese auf die globale Erwärmung reagiert. Ein geradezu idealer Standort, abgelegen von der Zivilisation, wie Jürgen Kesselmeier vom Max-Planck-Institut betont bei der Grundsteinlegung erklärte.

“Dieser Messturm beobachtet in erster Linie Treibhausgase wie CO2, Methan, Stickstoffdioxid und Ozon, die die Atmosphäre erwärmen. Und diese Gase werden an der Oberfläche der Erde ausgetauscht. Wir möchten herausfinden, wie diese Gase, die die Biosphäre des Regenwaldes verlassen oder in sie eindringen beschaffen sind, um zu verstehen wie der Austausch vonstatten geht”.

Die gesamten Daten sollen dabei helfen, präzisere Klimamodelle zu brerechnen und zwei grundlegende Fragen zu beantworten: Wie viel Treibhausgase schlucken die Wälder? Und wie stark tragen sie zur Bildung von Wolken bei? Noch ist die Messstation im Aufbau und soll Anfang 2017 voll betriebsfähig sein.

Antonio Manzi, brasilianischer Koordinator des ATTO Projekts: “In zwei oder drei Jahrzehnten werden wir die klimatischen Veränderungen überprüfen können, etwa die Kohlenstoffdioxid Konzentration in der Atmosphäre, die weiter ansteigen und sich weiter entwickeln wird. Ebenso die Temperatur des Platen, die ebenfalls ansteigt, auch hier im Amazonas.”

ATTO ist das Gegenstück zu dem 2006 fertig gestellten Turm ZOTTO in Sibirien. Die Kosten für den Bau des Turms und die ersten fünf Betriebsjahre belaufen sich auf 8,4 Millionen Euro. Finanziert wird das Projekt zu gleichen Teilen von Deutschland und Brasilien.