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Athen weist Schuldzuweisungen in der Flüchtlingsfrage zurück

Seit Monaten klagen einige EU-Mitgliedsstaaten, dass Griechenland die ankommenden Flüchtlinge nicht registriert und weiterreisen lässt

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Athen weist Schuldzuweisungen in der Flüchtlingsfrage zurück

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Seit Monaten klagen einige EU-Mitgliedsstaaten, dass Griechenland die ankommenden Flüchtlinge nicht registriert und weiterreisen lässt.
Medienberichten zufolge wird sogar erwogen, das Land aus dem Schengen-Raum auszuschließen.

In einem Gespräch mit euronews, wehrte sich der Athener Minister für Migration, Ioannis Mouzalas, gegen Schuldzuweisungen: “Wir können uns nicht vorstellen, dass Griechenland nicht mehr zum Schengen-Raum gehört, denn das wäre das Ende von Schengen. Wir verstehen den Vorwurf nicht, unser Land schütze die EU-Außengrenzen nicht. Im Norden schützen wir die Grenze zur Türkei. Zur See gibt es keine andere Möglichkeit des Schutzes als die Rettung der Menschen.”

Berichten zufolge hat Athen auch das Angebot nicht in Anspruch genommen, von der europäischen Agentur für Grenzschutz – Frontex – unterstützt zu werden. Griechenland forderte an diesem Donnerstag Notfallhilfe in Brüssel an.

“Wir baten um 100 Geräte zur Aufnahme von Fingerabdrücken, wir bekamen 42, davon 12 aus Deutschland”, so Mouzalas. “Es stimmt nicht, dass wir die Hilfe der Frontex-Agentur ausgeschlagen haben. Bereits im Mai baten wir um 320 Beamte, doch nur die Hälfte kam. Danach haben wir um weitere 1.600 Beamte gebeten, doch niemand kam.” Über die Flüchtlingsfrage beraten die EU-Innenminister an diesem Freitag in Brüssel. Die Lage in Athen wird eines der Themen sein.