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Ende der OPEC-Ölschwemme in Sicht?

Nach Medienberichten («Energy Intelligence») kann sich das mächtigste OPEC-Land Saudi-Arabien eine Kürzung der täglichen Ölförderung um eine Million

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Ende der OPEC-Ölschwemme in Sicht?

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Nach Medienberichten («Energy Intelligence») kann sich das mächtigste OPEC-Land Saudi-Arabien eine Kürzung der täglichen Ölförderung um eine Million Barrel vorstellen. Allerdings solle das nicht auf dem – am Freitag – anstehenden OPEC-Treffen beschlossen werden – wird ein Insider zitiert. Zum Vorschlag Saudi-Arabiens gehört demnach auch die Forderung an das OPEC-Mitglied Iran, seine Produktion zu senken. Außerdem müssten Ölproduzenten außerhalb der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) wie Russland in die Entscheidung eingebunden werden.

Meinung

Möglich, dass sich einige OPEC-Mitglieder beim Schlüssel-Produzenten Saudi-Arabien das 'ok' für Einschnitte holen

Jeremy Stretch von der kanadischen Brokerfirma CIBC in London:

“Wir erwarten von diesem Treffen keine irgendwie geartete Änderung der Produktionsziele. Offensichtlich gibt es anhaltende Vermutungen über ein gewisses Maß an Koordination zwischen OPEC- und Nicht-OPEC-Mitgliedern, was Produktionseinschränkungen angeht. Möglich, dass sich einige OPEC-Mitglieder beim Schlüssel-Produzenten Saudi-Arabien das ‘ok’ für Einschnitte holen.”

Die OPEC hatte beim letzten Treffen, angeführt von Saudi-Arabien, beschlossen: Keine Förderkürzungen, um niedrige Preise nach oben zu treiben. Sondern mit viel Öl Marktanteile verteidigen, vor allem gegen Schieferöl-Produzenten in den USA.

Innerhalb der OPEC pochen Länder wie Venezuela, die extrem von Öleinnahmen abhängig sind, seit geraumer Zeit auf Förderkürzungen zur Stabilisierung der Preise. Auch der Iran vertritt diese Position. Saudi-Arabien lässt derzeit die Ölproduktion auf Hochtouren laufen, gleichzeitig schwächelt die Nachfrage infolge der mauen Weltkonjunktur. Der Ölpreis hat sich seit Juni 2014 mehr als halbiert.

Die OPEC liefert derzeit rund ein Drittel des weltweiten Rohöls. Das
Kartell sitzt jedoch auf drei Vierteln der bekannten Reserven. Es wurde 1960 in Bagdad von Saudi-Arabien, dem Iran, dem Irak, Kuwait und Venezuela gegründet. Ziel war es, die Ölquellen selbst zu kontrollieren, statt das den Ölkonzernen zu überlassen, und mit
Förderabsprachen auch den Ölpreis zu beeinflussen, um sich stabile Gewinne zu sichern. Heute hat das Ölkartell 12 Mitgliedsländer. Indonesien soll zudem als 13. Mitglied wieder aufgenommen werden. Das Land war bereits von 1962
bis 2009 in der OPEC aktiv.

su mit dpa, Reuters