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Angola: Vom schwarzen zum grünen Gold

Bananenstauden sind das grüne Gold von Angola. Angola ist der zweitgrößte Produzent von Öl in Afrika, aber seine Öleinnahmen sind in den vergangenen zwei Jahren stark zurückgegangen. Das Land muss sei

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Angola: Vom schwarzen zum grünen Gold

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Angola war in den 1970er Jahren führender Exporteur von Kaffee, Hanf, Zuckerrohr und Bananen. Während des Bürgerkrieges zwischen 1975 und 2002 kam die Landwirtschaft zum Erliegen. Angola ist zwei Mal so groß wie Frankreich. Das Land will jetzt, um seine Wirtschaft anzukurbeln und seine Bewohner zu ernähren, in die rund 58 Millionen Hektar bewässerbares Land investieren.

Meinung

Angola hat viel Potential. Das Land könnte zukünftig seine Waren nicht nur in afrikanische Länder, sondern in die ganze Welt exportieren.

2011 musste Angola noch seine Bananen importieren. Drei Jahre später produzierte es mehr als 250.000 Tonnen Bananen, genug für den Eigenverbrauch und für den Export. João Mpilamosi, Präsident der “Caxito Rega, S.A.”, erklärt: “Die Bananen sind unser grünes Gold. Sie sind wirtschaftlich sehr erträglich aber auch sehr nahrhaft und viele Familien können vom Bananenanbau leben. Die Banane tragen zur Diversifizierung der Wirtschaft bei. Hier rund um Caxito z.B. kann das Land bewässert werden. Jährlich werden allein aus dieser Region Bananen für rund 100 Millionen US-Dollar verkauft. Wir exportieren sogar nach Subsahara-Afrika. Und in die Demokratische Republik Kongo haben wir allein im Oktober zehn Tonnen Bananen exportiert.”

Die Regierung hat Ausbildungszentren gegründet, Mikrokredite entwickelt und fördert Bewässerungsprojekte. Für die zwei Millionen kleinen Bauern ist es dennoch schwierig. Sie bauen vor allem Getreide, Wurzelknollen und Gemüse an, meist ohne große Landwirtschaftsmaschinen.

Die Regierung und lokale Organisationen versuchen den Transport und die Lieferung der Waren zu verbessern. Die Produkte landen meist in Supermärkten wie hier in Luanda. Die Preise sind allerdings noch hoch, nur die Mittelklasse kann sich die Produkte leisten. Die Hälfte der Angolaner lebt von weniger als zwei US-Dollar pro Tag. João Pedro Santos, der Manager eines Kero Supermarketes, sagt: “35 Prozent der Waren, die wir hier verkaufen, kommen aus Angola. Es gibt bereits Bauern, die nicht nur für den Markt in Angola, sondern auch für den internationalen Markt produzieren. Sie exportieren bereits in andere afrikanische Länder. Untersuchungen, die alle sechs Monate durchgeführt werden, zeigen, dass Angola viel Potential hat. Das Land könnte zukünftig seine Waren nicht nur in afrikanische Länder, sondern in die ganze Welt exportieren.”

Damit der weltweite Export klappt, müssen internationale Gesundheitsstandards respektiert werden. Die Firma Refriango hat diese Standards bereits eingeführt. Sie produziert Wasser, Säfte und Limonaden. Sie beschäftigt 3.800 Menschen und ist unangefochtener Marktführer in den portugiesisch-sprechenden Ländern in Afrika. Estevão Daniel, Leiter von Refriango, ist stolz auf das bisher Erreichte:
“Unsere Produkte sind von hervorragender Qualität. Wir waren die erste Lebensmittelfirma, die diese Zertifikate bekommen hat. Wir respektieren u.a. die internationale Norm ISO 22000. Die Angestellten in unseren Labors haben sehr hart gearbeitet. Unsere Labors haben auch Zertifikate erhalten und das war später für den Erhalt der internationalen Zertifikate hilfreich.”

Im August 2015 mussten 11 Millionen importierte Eier zerstört werden, da sie nicht die neuen Gesundsheitsstandards erfüllten. Anfang des Jahres waren neue Quoten für den Import von 27 verschiedenen Produkten eingeführt worden. Die Regulierung fördert die landeseigenen Produktion. Das hat aber auch höhere Preise zur Folge. Elizabete Dias Dos Santos von Diside Management betont: “Wir sind nicht nur Produzenten, sondern in erster Linie Konsumenten. Die öffentliche Gesundheit ist uns sehr wichtig. Sowohl als Konsumenten als auch als Produzenten haben wir die Pflicht die Konsumenten darüber zu informieren, dass die Waren, die in Angola produziert werden, von bester Qualität sind.”

Angola hat im vergangenen Jahrzehnt bei dem Ausbau der Infrastruktur große Fortschritte gemacht. Es gibt jedoch noch Schwierigkeiten bei der Lieferung und dem Transport, die die Entwicklung bremsen. Angola hat ein sehr großes wirtschaftliches Potential. Es stellt sich jetzt nur die Frage, ob das Land in der Lage sein wird, seine Wirtschaft auszuweiten und Unternehmensgründungen zu fördern.