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Vatileaks: Der Priester, die PR-Frau und das Possenspiel

Im Prozess um die Veröffentlichung vertraulicher Vatikan-Dokumente ist kein Ende in Sicht.

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Vatileaks: Der Priester, die PR-Frau und das Possenspiel

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Der Vatikanprozess zieht sich weiter in die Länge – und wird dabei zum Possenspiel. Die fünf Angeklagten in der Gerichtsverhandlung um die Veröffentlichung vertraulicher Vatikan-Dokumente sind die beiden Journalisten Gianluigi Nuzzi und Emiliano Fittipaldi, Bischof Vallejo Balda und dessen ehemaliger Assistent Nicola Maio, sowie die PR-Beraterin Francesca Chaoqui.

Meinung

"Ich habe keine Dokumente weitergegeben."

“Ich habe keine Dokumente weitergegeben, das hat Bischof Balda getan”, so Chaoqui. “Ich werde bedroht und ‘eine Hexe’ genannt. Hier haben sie früher übrigens tatsächlich Hexenprozesse abgehalten.”

Bischof Balda wirft Francesca Chaoqui vor, ihn verführt zu haben.

Anders als erwartet begannen die Staatsanwälte am Montag nicht mit der Vernehmung der Angeklagten, sondern mussten eine Reihe von Einsprüchen abarbeiten. Vallejos Anwalt forderte ein psychologisches Gutachten seines Mandanten, dies wurde jedoch abgelehnt. Chaoqui wollte eine Analyse der Emails und Textnachrichten, die sie und Balda ausgetauscht hatten.

Fittipaldi und sein Kollege Nuzzi hatten Anfang November Bücher veröffentlicht, in denen sie der Kurie eine maßlose Geldverschwendung vorwerfen. Sie stützen sich dabei auf
Informationen, die ihnen angeblich von den drei anderen Angeklagten zugespielt worden waren.

Am nächsten Prozesstag sollen mit Pietro Parolin, der Nummer Zwei des Vatikans, und Santos Abril y Castello zwei Vertraute von Papst Franziskus aussagen.