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Eine Million Asylbewerber in Deutschland: Gelingt die Integration?

Kürzlich wurde unter dem Motto “60 Jahre Gastarbeiter in Deutschland” im Bundeskanzleramt der Geschichte der Arbeitsmigration gedacht. Im Rahmen der

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Eine Million Asylbewerber in Deutschland: Gelingt die Integration?

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Kürzlich wurde unter dem Motto “60 Jahre Gastarbeiter in Deutschland” im Bundeskanzleramt der Geschichte der Arbeitsmigration gedacht. Im Rahmen der Veranstaltung sagte Aydan Özoğuz, die deutsche Staatsministerin für Integration, ‘eines der größten Versäumnisse der Nachkriegsgeschichte’ sei, dass damals keine Sprach- und Integrationskurse angeboten wurden. Ein Fehler, den die Deutschen angesichts der seit Monaten anhaltenden Flüchtlingswelle nicht wiederholen wollen.

“Was wir jetzt erleben, ist etwas, das unser Land in den nächsten Jahren weiter beschäftigen wird und verändern wird. Wir wollen, dass es sich zum Positiven verändert und wir glauben: Das können wir schaffen.” Das sagte Kanzlerin Angela Merkel im September. Seit Beginn dieses Jahres hat Deutschland nach Angaben des bayerischen Sozialministeriums eine Million Asylbewerber aufgenommen. Die Situation ist eine andere und dennoch stehen Flüchtlinge wie die Gastarbeiter damals vor ähnlichen Herausforderungen: Die Sprache lernen, sich in Deutschland zurechtfinden, kurzum: ein neues Leben beginnen.

Nicht alle Deutschen sind wie Merkel der Meinung, dass das Land eine Million Flüchtlinge und mehr integrieren kann. Auch in der eigenen Partei bekommt die Kanzlerin Gegenwind. Beispielsweise von Bundesinnenminister Thomas de Maizière und aus den Reihen der CSU.

In diesem Jahr wurden in Deutschland laut Bundeskriminalamt viermal so viele Übergriffe auf Asylunterkünfte registriert wie im vergangenen Jahr. Und es gibt regelmäßig Demonstrationen von Gruppierungen wie Pegida, die Merkels Flüchtlingspolitik ablehnen und mit ihrer islamfeindlichen Einstellung nicht hinter dem Berg halten.

Abgelehnte Asylbewerber – viele von ihnen kommen aus Balkanstaaten – werden von den deutschen Behörden in ihre Heimat abgeschoben, sofern sie aus sogenannten sicheren Herkunftsländern stammen. Menschenrechtsorganisationen kritisieren die Abschiebungen und fordern, die Rückführung zumindest während der Wintermonate auszusetzen.