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Ende der sozialistischen Regierung in Venezuela: Opposition erlangt Zweidrittelmehrheit

Bei der Parlamentswahl in Venezuela hat das breite Oppositionsbündnis die Zweidrittelmehrheit erlangt. Das teilte das Wahlamt nach Auszählung der

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Ende der sozialistischen Regierung in Venezuela: Opposition erlangt Zweidrittelmehrheit

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Bei der Parlamentswahl in Venezuela hat das breite Oppositionsbündnis die Zweidrittelmehrheit erlangt. Das teilte das Wahlamt nach Auszählung der Stimmen mit. Das Bündnis “MUD” aus konservativen, liberalen und sozialdemokratischen Parteien kommt zusammen mit den drei Sitzen für indigene Parteien auf 112 der 167 Sitze.

Das Ergebnis ist eine schwere Niederlage für die bisherige sozialistische Regierung. Der sozialistische Präsident Nicolàs Maduro, der noch bis 2019 gewählt ist, kündigte einen Prozess der Erneuerung an. Er rief seine Minister zum Rücktritt auf und forderte vom siegreichen Bündnis, die chavistischen Reformen der vergangenen zwölf Jahre nicht auszuhöhlen.

Das MUD-Bündnis verspricht eine liberalere Wirtschaftspolitik und fordert die Freilassung prominenter Oppositioneller. Venezuela leidet trotz seines Ölreichtums unter einer schweren Wirtschaftskrise und galoppierender Inflation.

Mit ihrer Zweidrittelmehrheit kann die Opposition nun verhindern, dass Staatschef Maduro per Dekret am Parlament vorbeiregiert und auch eventuelle Sondervollmachten rückgängig machen. Viele Anhänger des Bündnisses fordern außerdem den Abtritt von Präsident Maduro. Das wäre mit einem vom Parlament auf den Weg gebrachten Referendum möglich.