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Genf: "Wir müssen Menschen schützen, nicht die Grenzen"

Bei der Internationalen Konferenz der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung wird die Forderung laut, den Schwerpunkt auf den Schutz der Flüchtlinge zu legen, und nicht der Grenzen.

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Genf: "Wir müssen Menschen schützen, nicht die Grenzen"

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In der Schweiz haben sich humanitäre Organisationen getroffen, um über einen besseren Schutz für Flüchtlinge zu beraten. Die Teilnehmer der Internationalen Konferenz in Genf finden, dass man Menschen schützen sollte – und nicht die Grenzen.

Meinung

Unser Schwerpunkt sollte auf dem Schutz der Menschen liegen, bevor wir beginnen, die Grenzen zu schützen.

Euronews-Journalist Chris Cummings berichtet aus Genf: “Im Jahr 2015 gab es dramatische Veränderungen im humanitären Bereich: Konflikte, Klimawandel und wirtschaftliche Unsicherheit bergen Risiken für Millionen Menschen. Hier in Genf beim Treffen der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung (IFRC) wird diskutiert, wie man mit dieser neuen Realität umgeht. Die wichtigsten Punkte sind Syrien und die Flüchtlinge.”

Das Rote Kreuz will die Rechtsgrundlagen verschärfen, um das Wohlergehen der Migranten zu sichern. Die bei der Konferenz ausgearbeiteten Resolutionen sollen später dann in den einzelnen Staaten umgesetzt werden.

Der Generalsekretär der IFRC sagte: “Es sollte einen legalen und sicheren Weg der Einwanderung geben, das würde die Menschen schützen. Wir kennen die Transitpunkte und wissen, wann die Menschen zu den Grenzen kommen. Unser Schwerpunkt sollte auf dem Schutz der Menschen liegen, bevor wir beginnen, die Grenzen zu schützen.”

Präsident des Italienischen Roten Kreuzes Francesco Rocca ist enntäuscht: “Wir könnten viele Leben retten, wir wussten schon von Anfang an, dass die Krise die Balkanstaaten erreichen würde. Wir als internationale Bewegung und sogar die Vereinten Nationen haben im Frühjahr die Regierungen gewarnt. Dass was im Sommer passiert ist, dass hätten die Regierungen vermeiden können. Wir sind unzufrieden.”

Trotz des Wintereinbruchs erwarten die Hilfsorganisationen, dass der Flüchtlingsstrom nicht abbricht.

FAKTEN ÜBER DIE KONFERENZ

  • 32. Internationale Konferenz des Roten Kreuz in Genf
  • Wird alle vier Jahre abgehalten
  • Behandelt werden Themen wie sexuelle Gewalt, Übergriffe gegen Frauen und Gesundheitsvorsorge

Was ist die Internationale Konferenz des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds?

Die Internationale Konferenz ist der Treffpunkt des weltgrößten Netzwerkes von humanitären Organisationen.

Es ist ein unpolitisches, globales Forum für die humanitäre Debatte zwischen Politikern und den Mitgliedern des Internationalen Roten Kreuzes und des Roten Halbmondes.

Wer ist eingeladen?

Alle Staaten, die auch die Genfer Konventionen unterschrieben haben, werden nach Genf eingeladen.

Zu dem Treffen kommen alle einzelnen Organisationen, die zum Roten Kreuz gehören. Das ICRC, die Internationale Vereinigung und die 190 nationalen Rotes Kreuz und Roter Halbmond Organisationen.

Viele andere Akteure im humanitären Bereich nehmen als Beobachter teil. Dazu gehören regionale und internationale Organisationen, die UN und ihre spezialisierten Abteilungen, Nichtregierungsorganisationen, akademische Organisationen und ähnliche.

Was sind die konkreten Resultate?

Die Konferenzteilnehmer verabschieden “Resolutionen”:

Zudem können die Teilnehmer auch individuelle oder gemeinsame Versprechen machen.

Sie sind wichtig, um die Ergebnisse der Konferenz später dann auf den Staatsebenen umzusetzen.