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Bagdad: Konflikt um türkische Truppen in Nordirak schwelt weiter

Das irakische Verteidigungsministerium hat Aufnahmen eines Treffens zwischen zwei türkischen Sondergesandten und dem irakischen Verteidigungsminister

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Bagdad: Konflikt um türkische Truppen in Nordirak schwelt weiter

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Das irakische Verteidigungsministerium hat Aufnahmen eines Treffens zwischen zwei türkischen Sondergesandten und dem irakischen Verteidigungsminister Khaled al-Obeidi veröffentlicht.

Beide Länder belastet eine Verschlechterung der bilateralen Beziehungen, nachdem der Irak die Türkei am Sonntag zum Abzug von rund 150 Soldaten von seinem Territorium aufgefordert hatte.

Ein entsprechendes Ultimatum Bagdads war am Dienstag verstrichen.

Nach türkischen Angaben handelt es sich bei den Einheiten um Militärausbilder für irakische Freiwillige und kurdische Peschmerga-Kämpfer im Camp Bashiqa bei Mossul.

Ayatollah Ali al-Sistani, der bedeutendste schiitische Geistliche im Irak, rief die irakische Regierung zu einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Istanbul auf. Nachbarländer des Irak dürften unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung keine eigenen Truppen in den Irak entsenden.

Bagdad erwägt jetzt eine offizielle Beschwerde beim UN-Sicherheitsrat, um den Rückzug der türkischen Soldaten zu erwirken. Das türkische Eindringen sei ohne Wissen und Zustimmung der irakischen Behörden erfolgt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erklärte, er werde sich dem Willen der irakischen Regierung nicht beugen. Die in den Nordirak entsandten Soldaten seien Bestandteil einer internationalen Mission zur Ausbildung und Unterstützung von Irakern im Kampf gegen die Miliz “Islamischer Staat”. Ziel sei unter anderem die Rückeroberung der irakischen Stadt Mossul aus den Händen der IS-Miliz.

Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu schlug versöhnlichere Töne an und erklärte, das betreffende türkische Truppenkontingent im Irak werde neu organisiert, um eine bessere Kooperation mit der irakischen Regierung in Sicherheitsfragen zu erreichen.