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Das buddhistische Erbe von Termez


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Das buddhistische Erbe von Termez

In dieser Ausgabe von “Usbekistan Life” besuchen wir die südlichste Stadt Usbekistans. Reporterin Katharina Kaun war vor Ort: “Termez blickt auf eine reiche Geschichte zurück und war einst das Herz des Buddhismus in Zentralasien sowie ein weiterer großer Knotenpunkt der Seidenstraße. In der dritten Ausgabe von „Usbekistan Life“ entdecken wir die Metropole und ihre archäologischen Schätze.“

Sie ist ein außergewöhnlicher Zeuge des buddhistischen Erbes: Die Ausgrabungsstätte Fayaz Tepa in Termez. Das Kloster ist 2.000 Jahre alt und stammt aus der Zeit des Kuschan-Reiches. Die Region spielte eine Schlüsselrolle in der Verbreitung des Buddhismus. Archäologe Bahodir Turgunov erklärt: “Der Buddhismus ist aus Indien zu uns gekommen und 600 Jahre geblieben. Danach hat er sich weiter nach China und anschließend nach Korea und Japan verbreitet.“

Zahlreiche Wandgemälde und Skulpturen, die Buddha zeigen, sind bis heute erhalten. Archäologe Bahodir Turgunov führt aus: “Diese Mauer war mit einer Schicht Stroh bedeckt, anschließend wurde sie bemalt, und zwar von oben bis zum Boden. Auch die zentrale Kuppel, die Stupa, war sowohl innen als auch außen mit Malereien verziert.“

Neben der Stupa, dem zentralen Dom, verfügte das buddhistische Kloster über einen Tempel, einen Kreuzgang, Unterkünfte für die Pilger inklusive Esszimmer und Küche – eine einzigartige Architektur.

Die Studenten sind begeistert. Gafur Togaev, der an der Universität von Termez studiert, erklärt:“Wenn man die Wände hier berührt, dann kann man die Geschichte dieses Ortes spüren. Es ist ein fantastischer und majestätischer Ort. Hier war einmal das Herz des Buddhismus und deshalb ehren die Menschen diesen Ort.“

Studentin Gazna Mustafokulova fügt hinzu:
“Ich komme gern hier her und träume von den Geschichten, die wir seit unserer Kindheit gehört haben.“

Neben dem Buddhismus entwickelten sich in der Region auch der Zoroastrismus und die griechischen Kulturen, bevor dann der Islam Einzug hielt. Termez ist 2.500 Jahre alt und liegt an der Grenze zu Afghanistan, am Ufer des Amudarja-Flußes.

Einige der beeindruckendsten Fundstücke aus den Ausgrabungsstätten werden im Archäologischen Museum von Termez ausgestellt. Diese Schatzkammer ist in Zentralasien einzigartig: Tausende von Skulpturen, Keramiken, Wandgemälde und wertvolle Steine spiegeln das reiche Erbe der Region wider.

Archäologe Bahodir Turgunov liegt ein Ausstellungsstück ganz besonders am Herzen: “Wir sehen hier ein außergewöhnliches Ausstellungsstück, das es nur einmal gibt: Es handelt sich um den Kopf einen Prinzen. Wir haben ihn in der Ausgrabungsstätte von Dalverzintepa gefunden.”

Dalverzintepa ist eine historische Siedlung in der Region Termez, die im 3. Jahrhundert vor Christus gegründet wurde. Sie war einst eine wohlhabende Stadt mit großzügigen Häusern und weitläufigen Terrassen. In einem dieser Häuser fand Bahodir Turgunov mit seinem Team etwas, das sein Leben verändern sollte.

Er erinnert sich noch genau an diesen Moment: “Wir nahmen die Steine hier raus und gruben tiefer und plötzlich stießen wir auf ein Keramikgefäß. In diesem befanden sich Ketten, Ohrringe, Armreifen, Goldbarren und alle Arten von kleinen Gegenständen. In meinem ganzen Leben hatte ich noch nie zuvor Gold angefasst.”

Im Ganzen fand er 36 Kilogramm Gold, das einem Juwelier gehörte, der sein kostbares Vermögen versteckte. Heute wird der Schatz in der Nationalbank verwahrt. Bahodir Turgunov über seine Entdeckung: “Mir wurde erst später klar, dass dies ein wirklich großer Schatz war, den wir da gefunden hatten. Es war das erste Mal, dass solch ein Fund von diesem Ausmaß in Zentralasien gemacht wurde.“

Der Archäologe und sein Team suchen auch heute noch nach weiteren Schätzen, um die Vergangenheit besser zu verstehen. Bahodir Turgonov ist sich sicher, dass hier immer noch zahlreiche Geheimnisse der Kuschan-Könige unter der Erde versteckt liegen.

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